Konjunktur

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Datum/Zeit: 09.11.2019 10:05
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Einkaufsmanager Index Industrie Eurozone: PMI notiert im Oktober nahezu unverändert auf tiefstem Wert seit sieben Jahren



Der Eurozone-Industriesektor blieb im Oktober auf Schrumpfkurs. Dies signalisiert der finale IHS Markit Eurozone Einkaufsmanager Index (PMI), der binnen Monatsfrist und gegenüber der Vorabschätzung zwar um 0,2 Punkte auf 45,9 zulegte, damit jedoch auf dem zweitniedrigsten Wert seit sieben Jahren notierte.

In allen drei von der Umfrage erfassten Industriebereichen ging es im Oktober abermals bergab. Starke Wachstumseinbußen vermeldeten der Investitions- und Vorleistungsgüterbereich, während im Konsumgüterbereich nur ein geringfügiges Minus zu Buche schlug.

Trotz leicht abgeschwächter Schrumpfungsrate steckte Deutschland auch im Berichtsmonat am tiefsten in der Krise. Österreich vermeldete ebenfalls starke Wachstumseinbußen, und in Spanien sank der PMI auf den tiefsten Wert seit sechseinhalb Jahren.

Auch der italienische PMI notierte unter der 50-er Marke, während die Niederlande, Irland und Frankreich kaum nennenswertes Wachstum verzeichneten. Griechenland blieb trotz des 4- Monatstiefs des dortigen PMIs Spitzenreiter.

Rangliste nach PMI®-Indexwerten (Oktober)

Griechenland 53,5 4-Monatstief
Frankreich 50,7 (Flash 50,5) 2-Monatshoch
Irland 50,7 6-Monatshoch
Niederlande 50,3 76-Monatstief
Italien 47,7 7-Monatstief
Spanien 46,8 78-Monatstief
Österreich 45,5 2-Monatshoch
Deutschland 42,1 (Flash 41,9) 2-Monatshoch

Trotz der leichten Verbesserung gegenüber dem annähernden Sieben-Jahrestief von September wies der Index Gesamt-Auftragseingang erneut ein ausgesprochen hohes Minus aus. Der Nachfragerückgang hält bereits seit über einem Jahr an.

Sowohl die Binnen- als auch die Exportnachfrage blieben im Oktober schwach. Die Auslandsbestellungen gingen abermals deutlich zurück, angeführt von starken Verlusten in Deutschland. Folglich wurden Produktion und Einkaufsmenge ein weiteres Mal reduziert. Zwar schwächten sich beide Schrumpfungsraten gegenüber September ab, sie blieben jedoch überdurchschnittlich hoch.

Die Auftragsbestände nahmen den 14. Monat in Folge ab. Und aufgrund von Überkapazitäten fiel der sechste Stellenabbau hintereinander so stark aus wie zuletzt Anfang 2013. In Deutschland sank die Beschäftigung am schnellsten, hier gingen per Saldo sogar so viele Stellen verloren wie seit knapp zehn Jahren nicht mehr.

Die Branchenakteure waren auch im Oktober bestrebt, die Lagerbestände zu reduzieren. Die Vormateriallager nahmen so zügig ab wie zuletzt im März 2013, und die Bestände an Fertigwaren wurden so kräftig abgebaut wie seit über drei Jahren nicht mehr.

Die Einkaufspreise sanken so deutlich wie zuletzt im März 2016. Verbilligt haben sich laut Befragten vor allem Kupfer und Stahl sowie Kunststoffe. Folglich wurden auch die Verkaufspreise zum vierten Mal hintereinander reduziert.

Die wirtschaftliche und politische Unsicherheit (wie zum Beispiel der Brexit und die US-Handelspolitik) belasteten den Ausblick auch im Oktober. Trotz der Verbesserung auf ein Drei-Monatshoch notierte der Index Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist weiter auf historisch niedrigem Niveau.

Chris Williamson, Chef-Ökonom bei IHS Markit, kommentiert den finalen IHS Markit EurozoneIndustrie PMI:

“Die Eurozone-Industrie steckte auch im Oktober in der tiefsten Krise seit sieben Jahren, womit der Sektor das BIP auch im vierten Quartal 2019 erheblich belasten dürfte. Unseren Umfrageergebnissen zufolge dürfte die Industrieproduktion um mehr als 1% auf Quartalsbasis sinken. Die geopolitischen Wirrnisse – vom Brexit bis zur USHandelspolitik – sorgten abermals für Unsicherheit und dämpfen sowohl die Binnen- als auch die Exportnachfrage weiter.

Kostensenkungen, Lagerabbau und Investitionskürzungen standen genauso im Fokus der Industriebetriebe wie ein beschleunigter Stellenabbau. Dies ist besonders Besorgnis erregend, erhöht sich damit doch das Risiko, dass der Abwärtstrend auch die privaten Haushalte erfasst.

Die Verkaufspreise sanken indes fast genauso stark wie zum Dreieinhalb-Jahrestief im September, da die Unternehmen vor dem Hintergrund der schwachen Nachfrage Preisnachlässe anbieten mussten. Dies könnte in den kommenden Monaten eine niedrigere Inflationsrate nach sich ziehen.

Angesichts der jüngsten Anreize der EZB sind die Schärfe des Abschwungs und die miserablen Entwicklungen bei Beschäftigung und Preisen besonders enttäuschend. Umso mehr kommt es jetzt darauf an, wie die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihr Amt in einer besonders kritischen Phase der Eurozone-Konjunktur übernimmt.

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