Konjunktur

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Datum/Zeit: 09.11.2019 10:01
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Deutsche Industrie: EMI notiert trotz leichter Verbesserung im Oktober weiterhin nahe dem 10-Jahrestief



Deutschlands Industrie steckt zu Beginn des vierten Quartals weiter tief im roten Bereich fest. Wie die jüngsten Umfrageergebnisse von IHS Markit und dem BME zum Einkaufsmanagerindex zeigen, schrumpften im Oktober sowohl die Produktion als auch die Neuaufträge abermals, wenngleich langsamer als zuletzt. Die Beschäftigung ging sogar so stark zurück wie seit Januar 2010 nicht mehr, während sich der Bestands- und Lagerabbau weiter beschleunigte.

Die durchschnittlichen Verkaufspreise fielen derweil so kräftig wie seit nahezu zehn Jahren nicht mehr. Verantwortlich dafür waren vor allem der steigende Wettbewerbsdruck sowie die geringeren Kosten im Einkauf.

Der saisonbereinigte IHS Markit/BME Einkaufsmanagerindex - eine Momentaufnahme des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland abgeleitet aus Indizes für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen - notierte im Oktober bei 42,1 Punkten und damit etwas höher als im September (41,7). Nichtsdestotrotz ist das immer noch der zweitniedrigste Wert seit Juni 2009.

In allen drei Teilbereichen der Industrie sank die Geschäftsaktivität im Oktober. Am schlechtesten lief es dabei im Investitionsgüterbereich, zu dem unter anderem der Maschinenbau und der Fahrzeugbau gehört.

Die Umfrageteilnehmer berichteten erneut von der vielerorts vorherrschenden Unsicherheit, die sich nicht nur negativ auf Investitionen auswirkt, sondern auch zu einer allgemeinen Zurückhaltung bei den Kunden führt. Demnach gingen die Neuaufträge im Oktober zum dreizehnten Mal in Folge deutlich zurück. Immerhin verlangsamte sich die Rückgangsrate gegenüber September - als das kräftigste Minus seit Anfang 2009 verzeichnet wurde - auf den besten Wert seit vier Monaten. Bei den Exportaufträgen sah es genauso aus.

Auch das Produktionsniveau schrumpfte weniger stark als im Vormonat, blieb jedoch auf einem der tiefsten Werte seit der Finanzkrise 2008/09. Im Gegensatz dazu beschleunigte sich der Stellenabbau zu Quartalsbeginn auf den höchsten Stand seit Januar 2010. Wie schon in den letzten Monaten gaben Unternehmen, die weniger Personal beschäftigten an, dies hauptsächlich mit dem Abbau von Leiharbeitern und befristeten Arbeitskräften erreicht zu haben.

Im Oktober nahm die Einkaufsmenge in der Branche ein weiteres Mal merklich ab. Vor allem die Bestrebungen vieler Hersteller ihre Vormateriallager möglichst klein zu halten, führte zum deutlichsten Minus in diesem Bereich seit November 2009. Auch die Bestände an Fertigwaren gingen stärker zurück als zuletzt, und zwar so kräftig wie seit Juli nicht mehr.

Das insgesamt schwache Nachfrageniveau spiegelte sich abermals in einer deutlichen Verkürzung der Lieferzeiten - die stärkste in vier Monaten - sowie einem weiteren Rückgang der Einkaufspreise wider. Die Verbilligung fiel dabei so hoch aus wie seit März 2016 nicht mehr. Einige Umfrageteilnehmer berichteten, dass sich vor allem Metallkomponenten, Stahl und Kunststoffe verbilligt hätten.

Die Kosteneinsparungen wurden von vielen Herstellern in Form günstigerer Verkaufspreise an die Kunden weitergegeben. Die Preisreduzierung im Verkauf war die kräftigste seit November 2009. Obgleich sich der Index Geschäftsaussichten etwas verbesserte und auf ein 4-Monstshoch kletterte, bleibt der Ausblick weiterhin insgesamt negativ.

Phil Smith, Principal Economist bei IHS Markit kommentiert den finalen IHS Markit/BME Einkaufsmanagerindex:

“Deutschlands Industriesektor befindet sich nach wie vor in einer Rezession. Zudem gefährdet der anhaltende Stellenabbau zunehmend die Binnenkonjunktur. Die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe schrumpfte im Oktober so stark wie seit nahezu zehn Jahren nicht mehr. Allerdings ist der aktuelle Rückgang noch nicht mit den Werten vergleichbar, die während der globalen Finanzkrise gemessen wurden und beschränkt sich bislang hauptsächlich auf den Abbau von Leiharbeitern.

Die mehr vorausschauenden Indizes der Umfrage liefern zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer. So notierten der Auftragseingang und die Geschäftsaussichten zwar nach wie vor im negativen Bereich, stiegen im Oktober aber auf den jeweils höchsten Wert seit vier Monaten. Es bleibt also abzuwarten, ob die Talfahrt der deutschen Industrie ihren Tiefpunkt erreicht hat.

Vieles hängt dabei von der Entwicklung des Welthandels ab und ob die USA neue Zölle auf Automobilimporte aus der EU erheben werden - Entscheidung nächste Woche."

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