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Datum/Zeit: 06.02.2019 14:11
Quelle: APA

OMV will heuer ihren Restanteil an Nord Stream 2 finanzieren


Bisher hat die OMV 600 Mio. Euro zur Ostsee-Pipeline beigesteuert - Seele: "Gas ist Teil der Lösung, nicht des Problems" - Im Iran bleibt "alles auf Eis gelegt" - BILD GRAFIK



Die OMV hat zur Finanzierung der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 bisher mit 600 Mio. Euro beigetragen - insgesamt entfällt auf die Österreicher ein Zehntel der gesamten Projektkosten von 9,5 Mrd. Euro. "Ich gehe davon aus, dass wir 2019 nahezu den Rest finanzieren werden", sagte OMV-Vorstand Manfred Leitner am Mittwoch in Wien bei der Präsentation der Ergebniszahlen.

Es sei nach wie vor geplant, ab Ende 2019 russisches Gas durch die neue Leitung nach Deutschland zu transportieren, sagte Leitner. "Die einzige Genehmigung, die uns noch fehlt, ist die aus Dänemark", sagte Leitner. Die Nord Stream 2 AG habe aber auch eine Route eingereicht, für die nur eine formale Genehmigung erforderlich sei, nämlich die Umweltverträglichkeitsprüfung, die in allen anderen Ländern positiv ausgegangen sei. "Es gibt hier aber keinen straffen Zeitplan, es gibt keine Deadline für die Behörden, das macht die ganze Sache ein wenig unsicher. Wir gehen aber davon aus, dass die Genehmigung etwa bis Mitte des Jahres kommen sollte."

Von den Sanktionsdrohungen der USA zeigt sich Vorstandschef Rainer Seele umbeeindruckt. Die Drohungen gebe es schon seit geraumer Zeit, entscheidend sei dabei die Haltung Europas. "Es wäre ja fatal, wenn ein voll genehmigtes Milliardenprojekt in Europa nicht durchgeführt werden könnte auf Grund von übergeordneten Entscheidungskriterien. Das würde nicht unbedingt das Vertrauen von Investoren in einen solchen Standort mehren." Rund 600 km Rohrleitungen seien in der Ostsee bereits verlegt, sagte Seele. "Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass diese für Europa so wichtige Investition zum Erfolg führen wird."

Leitner geht davon aus, dass in Europa der Importbedarf nach Gas von derzeit rund 300 Mrd. Kubikmetern pro Jahr in den 2030er Jahren auf mehr als 400 Mrd. Kubikmeter steigen wird. "Persönlich glaube ich nicht, dass das alles durch LNG abgedeckt werden wird können." Seele forderte im Hinblick auf die Rolle von Erdgas in der Klimapolitik eine "Versachlichung" der Diskussion. "Wir halten es für vollkommen unzulässig, Erdgas in einem Atemzug mit Kohle zu nennen und den Ausstieg aus der fossilen Energie insgesamt zu fordern. Gas ist Teil der Lösung und nicht des Problems."

Heuer will die OMV ihre Öl- und Gasproduktion auf 500.000 Fass pro Tag steigern, und da sei Achimov IV/V in Sibirien noch nicht dabei, betonte Upstream-Vorstand Johann Pleininger, "das schaffen wir mit dem derzeitigen Portfolio". Man habe sich das Ziel gesetzt, bis 2025 auf eine Tagesproduktion von 600.000 Barrel zu kommen. Mit Achimov, Neptun (im Schwarzen Meer), einem Produktionsanstieg in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Malaysia - dort werde man die Produktion von derzeit 10.000 Barrel bis 2023 mindestens versechsfachen - werde man das gesetzte Ziel weit übertreffen, so Pleininger.

An der Haltung der OMV zum Iran habe sich auch durch die Errichtung einer europäischen Zweckgesellschaft für den Handel mit dem Iran nichts geändert, sagte Seele, da sie den Unternehmen keinen vollumfänglichen Schutz biete. "Die OMV verfolgt keine Projekte im Iran, da ist alles auf Eis gelegt."

Von den ursprünglich für die Expansion und Zukäufe budgetierten 10 Mrd. Euro hat die OMV laut Seele bisher knapp 6 Mrd. Euro ausgegeben. Jetzt komme nur noch Achimov IV/V in Russland dazu. Die OMV hatte den 25-Prozent-Anteil an dem Projekt ursprünglich mit einem 38,5-Prozent-Anteil an der OMV Norge bezahlen wollen, dieser Deal ist aber gescheitert und die OMV muss dafür Cash auf den Tisch legen. Der Preis ist noch nicht fixiert worden, er dürfte aber unter einer Milliarde Euro liegen. Danach werde es vorerst keine größeren Zukäufe geben, sagte Seele.

( 0163-19, 88 x 90 mm) (Schluss) ivn/pro

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