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Datum/Zeit: 13.12.2018 12:05
Quelle: APA

EVN: Rahmen für Erneuerbaren-Energiezukunft unzureichend


Saisonale Sommer-Winter-Batteriespeicher fehlen - Gas für Netzstabilität nötig - Dürnrohr-Kohleblock bis 2025 technisch verfügbar - Ökostromförderung zu gering im Vergleich zu Deutschland - GRAFIK



Der niederösterreichische Energieversorger EVN hält die Rahmenbedingungen für die geplante 100-prozentige Deckung des Stromverbrauchs mit Erneuerbaren im Sinne der #mission2030 für unzureichend. Die Volatilität im Netz werde zunehmen, es gebe aber zu wenig kalorische Kraftwerke zur Stabilisierung und auch saisonale Sommer-Winter-Batterien würden noch fehlen, erklärte das Management am Donnerstag.

Für den kurzzeitigen Ausgleich und die Frequenzstabilisierung seien Batteriespeicher geeignet, wie man sie etwa in Prottes (NÖ) teste, sagte EVN-Vorstandsdirektor Franz Mittermayer im Bilanzpressegespräch. Für eine Langzeitspeicherung von Strom wäre eine solche Lösung aber zu teuer, die würde zum Beispiel für zwei Haushalte 3 Mio. Euro kosten. "Da muss eine andere Technik gefunden werden", so Mittermayer, nämlich etwa die Speicherung von aus Überschussstrom gewonnenem Wasserstoff in Gasspeichern.

Weil das Wind-, Solar- und Wasserkraftangebot im Sommer besser ist, müsse saisonal eine Strommenge von 11,5 Terawattstunden (TWh), über ein Sechstel des Stromverbrauchs Österreichs, für den Winter gespeichert werden, sagte EVN-Vorstandschef Stefan Szyszkowitz. Damit könnte dann die Leistungslücke von 9.500 Megawatt (MW) bewältigt werden, die es vor allem im Dezember und Jänner gebe. Deshalb begrüße man, dass Übertragungsnetzbetreiber (TSO) in der EU auch im Netz Strom speichern können sollen.

Weil die Erzeugung wegen des planmäßig steigenden Angebots an Erneuerbaren Energien immer volatiler werde, sei eine kalorische Stromproduktion für die Regel- und Ausgleichsenergie nötig, um die Netze stabil zu halten, gab der EVN-Chef zu verstehen. "Ohne Gas sind die nächsten Jahre nicht vorstellbar, was die Versorgungssicherheit betrifft", meinte Mittermayer dazu. Seitens der EVN könnte man sich etwa neue, kleinere Gasturbinenanlagen vorstellen, die müssten aber rentabel und eine Inanspruchnahme zur Netzstabilisierung durch die Austrian Power Grid (APG) als TSO gewährleistet sein, hieß es aus dem Unternehmen. Für die 27 TWh Stromvolumen, die bis 2030 in Österreich aus Wind, PV und Wasserkraft dazugebaut werden sollen, um für den dann erwarteten Verbrauch von 88 TWh gerüstet zu sein, fehle der parallele Kraftwerkspark, so Mittermayer: "Denn je mehr volatile Erneuerbare es gibt, umso mehr flexible Backup-Leistung werden wir brauchen." Im übrigen sehe man in Österreich kein Potenzial von zusätzlichen 6 TWh Wasserkraft als Teil der geplanten 27 TWh. Und das Photovoltaik-Ausbauziel "hieße PV auf 80 Prozent aller Dächer".

Zur Netzstabilisierung hat die EVN in der Saison 2017/18 erstmals eine Leistung von 1.090 MW bereitgestellt, sagte Szyszkowitz. Und im Zeitraum Mai bis September seien zusätzlich noch 430 MW für Österreich kontrahiert gewesen. In Summe seien die thermischen EVN-Kraftwerke an 157 Tagen im Einsatz gewesen. Eine direkte Bereitstellung von Kapazitäten für den süddeutschen Raum ist nach dem Ende der deutschösterreichischen Preiszone mit 1. Oktober nicht mehr zulässig; nun erfolgt die Reservekapazitäts-Bereitstellung für die Verbund-Tochter APG. Ein neuer 430-MW-Vertrag läuft vorerst bis September 2021.

Der Dürnrohr-Kraftwerksblock, der ursprünglich als Grundlast-Einheit für den Winter gebaut wurde und außer zum Anfahren mit Steinkohle befeuert wird, soll sein "Ende der technischen Verfügbarkeit mit 2025" haben, sagte Szyszkowitz auf Anfrage. Umweltorganisationen geht der Ausstieg der EVN aus der Kohleverstromung ja nicht rasch genug. Der EVN-Chef meinte zu dem Thema, hier sei auch Verantwortung im Hinblick auf die Gefahr eines Blackouts gefragt.

Den rechtlichen Rahmen für Investitionen in die Erneuerbaren Energien, die ab 2030 - bilanziell übers Jahr gesehen - den gesamten heimischen Strombedarf abdecken sollen, sieht Szyszkowitz als unzureichend an. In Deutschland etwa zahle die Bevölkerung im Jahr 22 bis 25 Mrd. Euro für Erneuerbare. Im üblichen Verhältnis 10:1 betrachtet wären das für unser Land 2,2 bis 2,5 Mrd. Euro, rechnete er vor. Tatsächlich betrage die Förderung in Österreich aber nur 800 bis 900 Mio. Euro jährlich.

Das soeben vom Parlament beschlossene neue Standortentwicklungsgesetz (StEntG) begrüßte der EVN-Chef. Die heimische E-Wirtschaft habe eine reihe standortrelevanter Projekte, die Durchlaufzeiten in den Genehmigungsverfahren seien hier bisher einfach zu lang. Das neue Gesetz sei hier "ein wesentlicher Schritt nach vorn". Projektgegner von NGOs oder aus der Bevölkerung sieht er nicht ausgebootet, die großen Projekte würden ohnedies immer intensiv diskutiert. Die E-Wirtschaft rechnet, dass für die Energiezukunft 2030 rund 50 Mrd. Euro Investments nötig sind, davon 30 Mrd. Euro für die Erzeugung, 20 Mrd. Euro für die Netze. Maßnahmen zu Stromspeichern, Batterien, "Power to X" usw. sind in diesen Summen aber noch nicht enthalten.

( 1229-18, 88 x 70 mm) (Schluss/folgt Zus.) sp/tsk

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