Konjunktur

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Datum/Zeit: 06.12.2018 10:41
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Deutschland: Wachstum im Dienstleistungssektor schwächt sich auf 6-Monatstief ab



Deutschlands Servicesektor setzte seinen Wachstumskurs auch im November fort. Allerdings ging die Zuwachsrate auf ein 6-Monatstief zurück, wie die aktuellen Umfrageergebnisse signalisieren. Vor dem Hintergrund steigender Arbeitsaufkommen stellten die Branchenakteure abermals neue Mitarbeiter ein. Aufgrund des schwächeren Wachstums und der geringeren Zuversicht verlangsamte sich der Jobaufbau jedoch etwas. Unterdessen erhöhte sich der Kostendruck auf den höchsten Stand seit März 2011.

Der saisonbereinigte finale IHS Markit Service-Index Geschäftstätigkeit blieb mit 53,3 Punkten im November zwar unverändert zur Vorabschätzung, aber unter dem Wert vom Oktober (54,7). Trotz dieser leichten Abschwächung im Vormonatsvergleich verzeichnete die Branche nach wie vor solide Zuwächse, die auf dem Niveau des langjährigen Durchschnitts der Serie lagen (seit 1997).

Mit Ausnahme von Hotels & Gaststätten, wo ein leichter Rückgang verzeichnet wurde, wurde in allen anderen Teilsektoren ein Plus registriert. Post & Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Vermietung & Unternehmensnahe Dienstleistungen verzeichneten starkes Wachstum.

In den Bereichen Sonstige Dienstleistungen (u.a. Gesundheitswesen, Bildung und andere persönliche Dienstleistungen) sowie Transport & Lagerhaltung wurden nur moderate Zuwächse verbucht.

Wie die jüngsten Daten weiter zeigen, ist die Nachfrage im gesamten Sektor auch im November gestiegen. Damit wachsen die Neuaufträge branchenweit seit fast vier Jahren ununterbrochen an. Allerdings fiel das Plus wie schon bei der Geschäftstätigkeit so niedrig aus wie seit Mai nicht mehr. Der fünfte aufeinanderfolgende Rückgang beim Neugeschäft aus dem Ausland zog dabei den Auftragseingang insgesamt nach unten.

Da die Auslastung vieler Firmen weiter anstieg, wenngleich geringer als in den Vormonaten, wurde der Beschäftigungsaufbau ebenfalls weiter vorangetrieben. Aber auch hier verlangsamte sich das Tempo auf ein 6-Monatstief.

Im November wuchsen die Auftragsbestände bereits zum neunten Mal hintereinander an, was auf anhaltende Kapazitätsengpässe in der Branche schließen lässt. Der jüngste Zuwachs war jedoch der niedrigste in der zuvor angesprochenen Wachstumsphase.

Entsprechend der nachlassenden Dynamik in mehreren Bereichen fielen auch die Geschäftsaussichten weniger positiv aus als im Monat zuvor. Die Nettobilanz der Unternehmen, die optimistisch in die Zukunft blicken, ging auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren zurück. Einige Umfrageteilnehmer wiesen in diesem Zusammenhang auf den anhaltenden Personalmangel sowie die steigenden Kosten hin.

Derweil nahm der Kostenaufwand im November so deutlich zu wie seit März 2011 nicht mehr. Laut einiger der befragten Manager lag dies vor allem an höheren Treibstoffpreisen sowie einer Zunahme bei Energie- und Lohnkosten.

Um die Gewinnmargen zu schützen, hoben zahlreiche Unternehmen erneut ihre Preise an. Auch wenn sich die Inflationsrate auf ein 6-Monatstief abkühlte, blieb sie im historischen Kontext betrachtet immer noch stark.

Phil Smith, Principal Economist bei IHS Markit kommentiert die aktuellen PMI Daten:

“Auch im November verzeichnete die deutsche Dienstleistungsbranche wieder solide Zuwächse. Allerdings schwächte sich das Wachstum etwas ab, was im Zusammenspiel mit dem Tempoverlust der Industrie den Composite Index auf ein annäherndes 4-Jahrestief fallen ließ.

Weithin wird erwartet, dass sich das BIP im vierten Quartal nach diversen Störfaktoren (u.a. Dieselproblematik, Niedrigwasser) im dritten wieder erholen wird. Allerdings wirft das erneute Absinken der PMI-Indizes die Frage auf, wie stark ein potenzieller Aufschwung ausfallen kann und mit wie viel Schwung die Wirtschaft ins neue Jahr gehen wird.

Immerhin wurden im November sowohl im produzierenden Gewerbe als auch im Servicesektor wieder zahlreiche neue Stellen geschaffen, was die Binnennachfrage in den kommenden Monaten anheizen wird. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Entspannung bei den Kapazitäten und der weniger optimistischen Geschäftsaussichten scheint es jedoch so, als lägen die besten Tage im Hinblick auf das Beschäftigungswachstum bereits hinter uns.

Derweil sahen sich die Dienstleistungsunternehmen im November mit dem kräftigsten Kostenanstieg im Vormonatsvergleich seit über siebeneinhalb Jahren konfrontiert. Dies wurde vor allem höheren Transport-, Lohn- und Energiekosten zugeschrieben. Angesichts der bevorstehenden winterlichen Witterung und dem nach wie vor niedrigen Rheinpegel besteht das Risiko, dass die Kosten örtlich steigen werden, trotz der jüngsten Entspannung des globalen Ölpreises.”

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