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Datum/Zeit: 16.04.2018 15:34
Quelle: APA

Leitgeb-Prozess - Projekt-Dokumentation in Immofinanz mangelhaft


"Provision" für Mehrerlös aus Verkauf als Schadenersatzzahlungen für bezahlte Mieten geleistet - Zeuge: "Villa Esmara" war ein Problemprojekt



Die Fortsetzung der Wiederholung des Strafprozesses gegen den Tennismanager Ronnie Leitgeb am Wiener Straflandesgericht zeigte heute, Montag, einmal mehr die verworrene und undurchsichtige Beweislage in der Causa "Villa Esmara" auf. Schuld daran sei nicht zuletzt die mangelhafte Dokumentation dieses Immobilienprojektes in der Immofinanz, wie ein heute befragter Zeuge, eingestehen musste.

Leitgeb ist wegen Untreue gegenüber der Immofinanz im Zusammenhang mit einer Trainingsanlage in der Nähe von Monaco angeklagt. In der Causa geht es um die "Villa Esmara", ein Trainingszentrum für Spitzensportler ("Champ Fitness") in einer Immofinanz-Immobilie, für das Leitgeb die Idee hatte. Er - bzw. seine französische Firma - mietete das Zentrum ohne Vorlage von Sicherheiten von der Immofinanz, blieb aber die Miete schuldig. Letztendlich wurde die Villa im Jahr 2006 für rund 5,6 Mio. Euro an einen schwedischen Investor verkauft.

Leitgeb erhielt für den Verkauf eine "Provision" in Höhe von rund 800.000 Euro. Das sollte ungefähr jenem Mehrerlös entsprechen, den die Immobilie beim Verkauf gegenüber den Investitionskosten der Immofinanz - damals geschätzt 4,8 Mio. Euro - erbrachte. Da aber nicht alles ordnungsgemäß aufgezeichnet wurde, ist auch die Höhe dieser Investitionskosten unsicher. Später seien noch Rechnungen aufgetaucht, es wurden Zahlen von 5,4 und 5,5 Mio. Euro genannt, so der Zeuge.

Die Frage von Richterin Caroline Csarmann, warum man diese 800.000 Euro nicht einfach direkt an Leitgeb ausbezahlt habe, sondern über mehrere Tranchen verteilt und auch an Leitgeb-Firmen, die in keinem Zusammenhang mit dem Projekt standen, konnte der Immofinanz-Manager nicht beantworten. Zudem wurden die Überweisungen als Schadenersatz für die Mietzahlungen geleistet, die Leitgeb noch bis zum Verkauf bezahlt habe. "Das war nicht glücklich tituliert", so der Zeuge heute. Zudem wurde Leitgeb noch ein Optionsentgelt für die Verhandlungen mit dem Verkäufer zugestanden.

"Ich bin der festen Überzeugung, dass der Immofinanz kein Schaden dadurch entstanden ist", sagte der Zeuge, der selbst angeklagt war und bereits freigesprochen wurde. "Wir hatten eine schlechte Dokumentation - zum Schluss gab es eine Einigung, die dokumentiert wurde".

Der Generalvergleich mit Leitgeb sei besser als eine andere Alternative gewesen, nämlich keine Vereinbarung zu haben und klagen und in die Verwertung der Immobilie gehen zu müssen. Leitgebs Firma habe zwar einen Vertrag, aber keine Sicherheiten gehabt.

Ein anderer Zeuge aus dem Immofinanz-Rechnungswesen meinte heute, dass die "Villa Esmara" ein Problemprojekt für die Immofinanz gewesen sei. Einerseits weil es das einzige Projekt in Frankreich war und andererseits weil es einen Mieter hatte, der nicht zahlen konnte oder wollte. "Summa summarum war das unerfreulich".

"Uns sind die Dinge komisch vorgekommen", so der Zeuge, auch am Ende, als es um die Verwertung ging, und Leitgeb das Recht zur Weitergabe der Immobilie eingeräumt wurde. Auch sei es nicht üblich, dass man sagt, alles, was über einen bestimmten Kaufpreis hinausgeht, kassiert der Makler, wie in diesem Fall.

Leitgeb wurde in erster Instanz im Juni 2016 zu 20 Monaten bedingter Haft verurteilt. Das Urteil wurde vom Obersten Gerichtshof jedoch aufgehoben und die Causa wieder an die erste Instanz zurückverwiesen. In ihrer Begründung führen die Höchstrichter nach Angaben von Leitgebs Anwalt Thomas Kralik aus, dass sich "entscheidungswesentliche Feststellungen" nicht mit den übrigen Entscheidungsgründen in Einklang bringen ließen und das Erstgericht wesentliche, Leitgeb entlastende Aussagen nicht berücksichtigt und außer Acht gelassen habe.

Der ursprünglich mitangeklagte Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics war beim Verfahren in der ersten Instanz verhandlungsunfähig. Petrikovics steht derzeit im Grasser-Buwog-Verfahren vor Gericht. Einen neuen Termin für ihn in der Causa Leitgeb gibt es derzeit nicht.

Die Verhandlung wird morgen, Dienstag, um 9:30 Uhr fortgesetzt.

(Schluss) ggr/pro

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