Konjunktur

Konjunktur

Datum/Zeit: 09.07.2017 18:19
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Eurozone verzeichnet im zweiten Quartal 2017 stärkstes Wachstum seit sechs Jahren



Die Eurozone verzeichnete im zweiten Quartal 2017 das stärkste Wirtschaftswachstum seit über sechs Jahren. Trotz der leichten Abschwächung im Juni fiel der Stellenaufbau dank des anhaltend robusten Auftragszuwachses und der optimistischen Geschäftsaussichten so kräftig aus wie selten zuvor in den letzten zehn Jahren.

Der finale IHS Markit Eurozone Composite Index (PMI® ) gab gegenüber Mai um 0.5 Punkte auf ein Vier-Monatstief von 56.3 nach, die Vorabschätzung wurde jedoch um 0.6 Punkte übertroffen. Der Durchschnittswert für das zweite Quartal 2017 fällt mit 56.6 Punkten so gut aus wie zuletzt im ersten Quartal 2011.

Mit der höchsten Produktionssteigerungsrate seit April 2011 war der Industriesektor auch im Juni wieder führend. Im Servicesektor schwächte sich das Geschäftswachstum zwar ab, die Steigerungsrate war jedoch erneut eine der höchsten in den zurückliegenden sechs Jahren.

In sämtlichen von der Umfrage erfassten Ländern vermeldeten die Industrie- und Servicesektoren im Juni erstmals seit April 2014 wieder allesamt Wachstum, und überall legte die Beschäftigung gegenüber Mai zu.

Das stärkste Wirtschaftswachstum verzeichnete im Juni Irland, wenngleich dessen Composite-PMI auf ein 3-Monatstief sank. Spanien belegte mit seinem annäherden 2-Jahreshoch Rang zwei. In Deutschland, Frankreich und Italien blieb das Wachstum trotz Verlangsamung solide.

Der Auftragseingang fiel wieder höher aus als in den beiden Vormonaten, das Plus zählte zu den höchsten seit Anfang 2011. Folglich stieg der Kapazitätsdruck sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor und sorgte nicht nur für die stärkste Zunahme der Auftragsbestände seit sechs Jahren.

Auch die Beschäftigung legte so kräftig zu wie selten zuvor in den zurückliegenden zehn Jahren.

Ungeachtet der Kapazitätsengpässe wurden die Verkaufspreise im Juni weniger stark angehoben als in den vier Vormonaten. Ausschlaggebend hierfür war, dass die Einkaufspreise mit der niedrigsten Rate seit letztem November zulegten. Dies galt vor allem für die Industrie, wo sich zahlreiche Rohstoffe (insbesondere Öl) verbilligten.

Servicesektor

Das Wachstum des Eurozone-Servicesektors fiel im Juni schwächer aus als in den vier Vormonaten. Dies signalisiert der finale Markit Eurozone Services Index Geschäftstätigkeit, der binnen Monatsfrist um 0.9 Punkte auf 55.4 nachgab, die Vorabschätzung jedoch um 0.7 Punkte übertraf. Der Indexdurchschnitt für das zweite Quartal 2017 fiel damit so gut aus wie zuletzt vor über sechs Jahren.

In Deutschland sank der Service-Index im Juni auf ein 5-, in Frankreich auf ein 2-, in Italien auf ein 3- und in Irland auf ein 7-Monatstief. In Spanien liefen die Geschäfte hingegen so gut wie zuletzt im August 2015, womit das Land Spitzenreiter war.

Wachstumsimpulse lieferte im Berichtsmonat erneut der Auftragseingang. Der 31. Zuwachs in Folge fiel – wie in den Vormonaten – wieder überdurchschnittlich hoch aus.

Folglich legten auch die Auftragsbestände zu, und der Stellenaufbau zählte zu einem der kräftigsten in den zurückliegenden zehn Jahren. Frankreichs Jobindex kletterte auf ein 111-Monatshoch, Italiens Index auf ein 2-Monatshoch, Spaniens Index auf ein 11-Monatshoch und Irlands Jobindex auf ein 3- Monatshoch. Im deutschen Servicesektor verlangsamte sich der Stellenaufbau hingegen auf ein 14-Monatstief.

Die gute Auftragslage sorgte dafür, dass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist zwar positiv blieben, der Grad an Optimismus ließ hingegen auf ein 4-Monatstief nach. Im Mai war der Ausblick noch so gut ausgefallen wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Der Inflationsdruck schwächte sich im Juni ab. So wurden die Angebotspreise nur noch moderat und weniger stark angehoben als in den vier Vormonaten. Und die Kosten legten – nach dem jüngsten Hoch im Februar – mit der niedrigsten Rate seit letztem November zu.

Chris Williamson, Chef-Ökonom bei IHS Markit, kommentiert den finalen Eurozone Composite PMI:

„Der finale Composite-PMI hat die Vorabschätzung nur leicht übertroffen und signalisiert folglich auch nur eine minimale Abkühlung der Eurozone gegen Ende des zweiten Quartals 2017. Unseren Berechnungen zufolge dürfte die Währungsunion im Frühjahrsquartal mit beeindruckenden 0.7% gewachsen sein.

Der geringfügige Indexrückgang deutet jedenfalls nicht auf den Beginn einer Wachstumsverlangsamung hin. Vielmehr weist der Auftragseingang das zweithöchste Plus seit über sechs Jahren aus und liegt damit leicht über dem Mai-Wert. Die Unternehmen kommen der anziehenden Nachfrage kaum hinterher.

Überdies stehen die Kapazitäten trotz des kräftigsten Stellenaufbaus in der Eurozone seit zehn Jahren schon seit geraumer Zeit mächtig unter Druck.

Die verstärkte Nachfrage begünstigt auch die Preismacht der Unternehmen, sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor. Obwohl sich der Preisdruck ja seit Jahresbeginn vor allem wegen der weltweiten Verbilligung von Rohstoffen abgeschwächt hat, sind die Einkaufspreise seit sechs Jahren nicht mehr so stark gestiegen wie zuletzt.

Am erfreulichsten ist, dass der Aufschwung auf breiter Basis stattfindet und neben der Beschäftigung auch der Preisentwicklung zugute kommt. In allen vier wirtschaftlich bedeutendsten Ländern legte das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal zu, was darauf schließen lässt, dass der Aufschwung in der Eurozone vor dem Hintergrund der anziehenden Binnennachfrage immer nachhaltiger wird.“



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