Andritz mit weniger Umsatz und Gewinn, Auftragseingang gestiegen
Marktumfeld weiterhin schwierig, Vorstandschef Joachim
Schönbeck "insgesamt zufrieden" - US-Zölle derzeit ohne
wesentliche direkte Auswirkungen
Der steirische Maschinen- und Anlagenbauer
Andritz hat im dritten Quartal zwar ein deutliches Auftragsplus
eingefahren, musste bei Umsatz und Gewinn aber Verluste hinnehmen.
Der Auftragseingang legte im Jahresvergleich um 14,5 Prozent auf
2,18 Mrd. Euro zu und setzte damit den positiven Trend fort. Der
Umsatz sank um 7,6 Prozent auf 1,89 Mrd. Euro, das Konzernergebnis
fiel um 6,0 Prozent auf 111,3 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am
Donnerstag mit.
Das Wachstum des Auftragseingangs führt der Anlagenbauer auf die
starke Nachfrage im Bereich der Energieerzeugung zurück, die sich in
den Geschäftsbereichen Pulp & Paper, Hydropower und Environment &
Energy widergespiegelt habe. Im Bereich Metals sank der
Auftragseingang unterdessen im Jahresvergleich. In den ersten neun
Monaten des heurigen Jahres summierten sich die Aufträge auf 6,9
Mrd. Euro. Der Auftragsstand per 30. September 2025 betrug 10,8 Mrd.
Euro und lag damit auf dem zweithöchsten Stand der
Unternehmensgeschichte.
US-Zölle wirken sich derzeit nicht wesentlich aus
Grund für das niedrige Umsatzniveau sei ein geringeres
Auftragsvolumen im Vorjahr und negative Umrechnungseffekte durch den
starken Eurokurs. Das operative Ergebnis (EBITA) lag bei 159,9 Mio.
Euro und sank damit im Jahresvergleich um 8,2 Prozent. Das
vergleichbare EBITA lag mit 167,6 Mio. Euro um 7,7 Prozent unter dem
Wert der Vorjahresperiode. Die Differenz zwischen den beiden
Kennzahlen ergebe sich durch nicht operative Positionen in
Zusammenhang mit laufenden Maßnahmen zur Behebung von
Unterauslastung bzw. Überkapazitäten.
"Insgesamt sind wir mit unseren Ergebnissen für das dritte
Quartal zufrieden", sagte Andritz-Vorstandschef Joachim Schönbeck
laut Aussendung. Er beschrieb das Marktumfeld als schwierig, die
zuletzt eingeführten US-Zölle hätten bisher aber keine wesentlichen
direkten Auswirkungen auf das Geschäft.
Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Andritz weiterhin mit einem
Umsatz zwischen 8,0 und 8,3 Mrd. Euro, die vergleichbare EBITA-Marge
soll zwischen 8,6 und 9,0 Prozent liegen. Durch den starken Euro
rechne das Management mit Ergebnissen am unteren Ende des
Prognosekorridors.