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23.04.2015 13:16
Porr 16,80 (+1,20%) | APA

Porr baute Nettoverschuldung 2014 komplett ab


Per Ende Dezember positive Cashposition von 65 Mio. Euro netto ausgewiesen, nach einem Minus von 357 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag - BILD GRAFIK



Die Porr rüstet sich unter der Führung von Karl-Heinz Strauss zusehends für den verschärften Konkurrenzdruck in der Baubranche. 2014 hat sie die UBM Realitätenentwicklung AG übernommen, mit der eigenen Immobiliensparte verschmolzen und dann abgestoßen. Die Maßnahme lohnte sich: "Wir haben die Nettoverschuldung de facto abgebaut und einen Überschuss lukriert", sagte der Porr-Chef heute, Donnerstag.

Per Ende Dezember habe das Unternehmen eine Netto-Cashposition von 65 Mio. Euro ausgewiesen - nach einem Minus von 357 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag bzw. minus 587 Mio. Euro im Jahr 2012 und 636 Mio. Euro 2011, präzisierte Finanzvorstand Christian Maier bei der Bilanzpressekonferenz.

"Wir haben ein spannendes Jahr hinter uns", resümierte Konzernchef Strauss. 2012 habe Österreichs zweitgrößter Baukonzern (hinter der Strabag) den Turnaround geschafft, 2013 und 2014 die positive Entwicklung dann bestätigt. Im Mai hatte die Porr eine rund 120 Mio. Euro schwere Kapitalerhöhung durchgezogen. Der Komplettabbau der Nettofinanzverschuldung sei "ein Jahr früher als geplant" gelungen.

Den Rückgang des Konzerngewinns von 52,5 auf 48,6 Mio. Euro (minus 7,4 Prozent) bzw. des Gewinns je Aktie (für den fortgeführten Geschäftsbereich) von 3,87 auf 3,22 Euro (minus 17,3 Prozent) begründet Strauss mit den hohen Steuern, die vor allem auf dem Kernmarkt Deutschland infolge von Immobilienverkäufen zu zahlen gewesen seien.

Als reiner Baukonzern (ohne Immobiliensparte) will sich die Porr weiterhin auf die wachsenden "Heimmärkte" Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien konzentrieren, wo rund 90 Prozent der Betriebsleistung erzielt werden. Allerdings zieht es auch die Konkurrenz dorthin. "Wir haben eine Konsolidierung in der Baubranche zu erwarten", weiß auch Strauss. Die Milliardenpleite des einst zweitgrößten Baukonzerns Alpine im Sommer 2013 bekomme die Branche erst Ende 2014 und 2015 in Form von erhöhtem Wettbewerbsdruck zu spüren. Als Bauunternehmen werde man in der Zukunft eine bestimmte Größe haben müssen, um zu bestehen.

Neben den stabil wachsenden Heimmärkten hat die Porr punktuell auch Saudi-Arabien, England und Skandinavien als Zielmarkt im Fokus - Voraussetzung ist jeweils ein lokaler Partner vor Ort. Die Porr beschränkt sich in diesen Ländern auf Tunnelbau, Bahnbau und komplexen Ingenieurbau. "Wir machen dort keinen Hochbau, da hätten wir zu wenig Unterschied zu den anderen Baufirmen - die komplette Palette bieten wir nur auf unseren Heimmärkten an", erklärte Porr-Vorstand Hans Wenkenbach.

In Katar, dem Gastgeberland der Fußball-WM 2022, etwa hat sich der österreichische Konzern vor eineinhalb Jahren einen U-Bahn-Bauauftrag für Doha gesichert. Das Auftragsvolumen umfasst 1,89 Mrd. Euro, davon entfallen 50 Prozent auf die Porr. In Saudi-Arabien strebt die Porr laut Eigenangaben einen Markteintritt an - "sehr vorsichtig und risikoavers", wie Wenkenbach versicherte. Der Baukonzern bietet dort beispielsweise für den Metro-Bau in Mekka mit - eine Entscheidung könnte noch vor dem Sommer fallen. "Wir rechnen uns gute Chancen aus, aber fix ist noch nichts."

( 0499-15, Format 88 x 62 mm) (Schluss) kre/cri

      
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