>neue Runde? Im Herbst haben ja immer die größten Einbrüche der
>Börsengeschichte stattgefunden, steht uns auch heuer ein
>"heißer Herbst" bevor oder ist die "große
>Wirtschafts- und Finanzkrise" doch nur eine Zeitungsente?
>Wie lauten die Pro- und Kontraargumente?

Ich hatte da einen Thread hinsichtlich Konjunktur, Positiva vs. Negativa, die Punkte sind
denke ich großteils noch immer gültig:

Negativa:

- US-Konsument muß nach jahrzehntelangem Konsumrausch Sparquote
erhöhen
- Konsumentenstimmung und die meisten wirtschaftlichen Indikatoren auf All-Time-Lows => mittlerweile schon gewechselt
- US Häuserpreise noch immer fallend (auch UK, Spanien) => Anzeichen für Stabilisierung
- Arbeitslosigkeitentwicklung USA + Europa
- Automobil-Absatzkrise => trifft genau die Industrie mit den
stärksten Folgewirkungen auf Gesamtwirtschaft und Beschäftigung
- Kreditvergabe eingeschränkt
- Erstmals weltweit synchronisierte Rezession
- Kredit-Spreadniveau auf All-Time-High => hohe Finanzierungskosten
(teilweise gemildert durch Niedrigzinspolitik der Notenbanken) => mittlerweile deutlich gefallen, würde ich jetzt nicht mehr als negativen Punkt sehen
- Instabilitäten in diversen Ländern (z.b. Osteuropa - Währungen)
- Unternehmenspleiten im langjährigen Vergleich noch sehr niedrig,
für 2009 wird massiver Anstieg vorhergesagt. => der Anstieg ist allerdings deutlich geringer als zu Jahresbeginn gedacht und "nur" ähnlich wie bei vergangenen Rezessionen
- IPOs/Kapitalerhöhungen zur Unternehmensfinanzierung praktisch tot => nur mehr eingeschränkt/nicht mehr zutreffend
- Weiterhin Ausfälle aus Hypotheken/Credit Cards usw. für US-Banken


Positiva:

- Allgemeines Zinsniveau
- Spread Overnight - 3 Monat kommt zurück (Entspannung am Geldmarkt)
- Kapitalstärkung bei Banken
- Konjunkturpakete
- Ölpreis massiv gesunken => nicht mehr
- damit verbunden rückläufige Inflation => reale Kaufkraftstärkung
- Fed wird weiterhin "whatever it takes" tun
- Globale Zusammenarbeit der Länder
- Lehman-Fehler wird nicht wiederholt werden
- Staatsgarantierte Emissionen von Banken sollten deren Liquidität
längerfristig sichern und damit deren Bereitschaft zur Kreditvergabe
erhöhen => hat funktioniert, es kommen mittlerweile viel weniger garantierte Emissionen
- ECB hat noch Zinssenkungsspielraum => mittlerweile ausgeschöpft
- Value-Investoren wie Warren Buffett, Marty Whitman,.. empfehlen
öffentlich den Kauf von Aktien
- Fed-Programm zum Aufkauf von Mortgage-Papieren gestartet (wird die Hypothekenzinsen am langen Ende drücken)
- CP Markt in den USA normalisiert sich
- Insider-Käufe auf sehr hohem Niveau (das waren sie allerdings auch
im letzten Frühjahr)
- "Bad-Bank" Bestrebungen in den USA, GB und Deutschland scheinen an Boden zu gewinnen => scheinen aber in geringerem Ausmaß notwendig zu sein als gedacht? Bisher kaum verwendet.
- Primärmarkt für Unternehmensanleihen seit Jahresbeginn mit Rekordvolumen => mittlerweile All-Time-High
- Shipping-Costs seit Jahresbeginn verdreifacht
http://www.bloomberg.com/apps/cbuilder?ticker1=BDIY%3AIND
- Primärmarkt für High-Yield (Junk-Bonds) scheint wieder offen (zumindest teilweise) => mittlerweile völlig normal, auch hier Rekordvolumen
- Milliardenpaket für den IWF
- Standby-Kreditlinien des IWF neu eingeführt

  

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