Streit um Börsenrückzug der Bank Austria
09.02.2009 | 19:03 | (Die Presse)

UniCredit soll Aktionären, die ihre Klage zurückgezogen haben, mehr Geld geboten haben. Das sei „gegen die Kultur auf den Kapitalmärkten“, ärgert sich der Präsident des Interessenverbands für Anleger.

Wien. (höll). Im Streit um den Börsenrückzug der Bank Austria gibt es eine interessante Wende. Wilhelm Rasinger, Präsident des Interessenverbands für Anleger, wurde ein Papier zugespielt, wonach UniCredit mit einer Gruppe von ehemaligen Bank-Austria-Aktionären im Zuge eines Geheimpakts eine Sonderzahlung vereinbart haben soll, weil diese ihre Klage zurückgezogen haben. Das sei „gegen die Kultur auf den Kapitalmärkten“, ärgert sich Rasinger. Er fordert, dass die vereinbarte Mehrzahlung auch alle anderen Bank-Austria-Aktionäre bekommen.


Hintergrund: Der Rückzug der Bank Austria ist ein Dauerbrenner für die Gerichte. Denn UniCredit will den Investoren nur 129,40 Euro pro Bank-Austria-Aktie zahlen. Mehrere kritische Aktionärsgruppen verlangen höhere Abfindungspreise. Der britische Hedgefonds Polygon will beispielsweise 170 Euro. Aktionärsvertreter Alexander Proschofsky sah zuletzt den realistischen Wert bei 200 Euro. Bei der Auseinandersetzung geht es um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

UniCredit schweigt sich aus
Von der nun bekannt gewordenen Sonderregelung haben laut Rasinger jene elf Aktionäre profitiert, die ihre Anfechtung gegen den bei der Hauptversammlung gefassten Beschluss über einen Börsenrückzug zurückgenommen haben. Dabei gehe es um insgesamt 1,2 Millionen Bank-Austria-Aktien, für die UniCredit 148,09 Euro pro Stück bezahlt haben soll (144,09 Euro als Abfindungsangebot plus eine Dividende von vier Euro).

UniCredit wollte diesen Betrag nicht bestätigen. Sie verwies aber auf eine Presseaussendung vom vergangenen Mai, wonach für den Börsenrückzug tatsächlich eine nicht näher bezifferte Abschlagszahlung angefallen ist. Weitere Details nannte die Mailänder Großbank nicht. Rasinger will nicht lockerlassen und fordert Aufklärung: „UniCredit soll hier alle Karten auf den Tisch legen, was es mit der ominösen Zahlung auf sich hat.“


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