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mMn ein aufschlußreicher Artikel, wenn er denn stimmt!

Lufthansa akzeptiert ÖIAG-Bedingungen
Das Strategiepapier dürfte zumindest einige Kritiker besänftigen. Das AUA-Offert hat viel gemeinsam mit der Strategie zur Übernahme der Swiss. Die Marke soll ebenso bleiben wie Drehkreuz und Sitz der Gesellschaft in Wien-Schwechat.

In Wien ist ein Krieg der Lobbyisten in Sachen Übernahme der Austrian Airlines ausgebrochen, der sich vor allem gegen einen möglichen Einstieg der Lufthansa richtet. Dennoch sieht man die Lage in Frankfurt entspannt. Denn so wie es aussieht, ist die deutsche Airline mit einem Umsatz von 22 Milliarden € bereit, so gut wie alle Bedingungen zu akzeptieren, die ihr von österreichischer Seite aus gestellt werden.

Basis des Angebotes für die AUA, das seit 24. August bei Geschäftsleitung und 43-Prozent-Aktionär ÖIAG vorliegt, ist die bereits bei der Übernahme der Swissair eingeschlagene Konzernstrategie. In einem Papier zum Swiss-Deal, das dem WirtschaftsBlatt vorliegt, sind viele gute Nachrichten für jene enthalten, die sich zuletzt Sorgen um den Standort beziehungsweise die weitere Entwicklung des Flughafens in Wien-Schwechat gemacht haben.
Wörtlich heißt es in dem Konzept, das als Basis für das aktuelle Angebot für die AUA-Übernahme gilt: Das Übernahmemodell sieht vor, dass es bei einer „eigenständigen Fluggesellschaft" mit „eigener Flotte und Crew bleibt". „Warum sollten wir diesmal etwas anders machen", heißt es dazu aus dem Umfeld des Lufthansa-Top-Managements. Im Offert für die Austrian befindet sich demnach auch ein Satz über den weiterhin ­„eige­nen Markenauftritt". Wie damals bei der Swiss-Übernahme gegenüber Zürich zugesichert, soll künftig auch der Flughafen Wien als ­„internationales Drehkreuz" neben Frankfurt, Zürich und München ausgebaut werden.

Ein Lufthansa-Insider gegenüber dem WirtschaftsBlatt: „Es ist weltfremd zu glauben, dass wir Flüge von Wien nach München abziehen." In München herrscht ohnehin Stau am Himmel, oder im Luftfahrtjargon: „Viel zu viele Jets müssen dort Holdings fliegen."

Russland-Malus

Im AUA-Management bemüht man sich indes, die Unabhängigkeit bei der Partnerwahl zu betonen. „Wir sind völlig neutral", heißt es in einer Aussendung. Neben Lufthansa haben sich Turkish Airlines und die zweitgrößte russische Fluggesellschaft S7 als Bieter geoutet. Mit im Rennen ist auch Air France/KLM und Air China. Vor allem der Bieter aus Russland startet wegen der unsicheren politische Lage mit einem Malus in die weiteren Entscheidungsrunden.

Offiziell wird über die Shortlist für die Schluss­runde im Bieterrennen erst am 12. September entschieden. Zumindest bei der AUA wurde eine für 3. September geplante außerordentliche Aufsichtsratssitzung wieder abgeblasen. In der wollten sich angeblich die Belegschaftsvertreter gegen einen Einstieg der Lufthansa wehren und für Air France voten.

Zahl

600 Millionen €

Die 2005 gestartete Übernahme der Swiss durch die Lufthansa hat sich aus Sicht der deutschen Airline ausgezahlt. Insgesamt ist ein Kaufpreis von 217 Millionen € geflossen. Bis Ende des Vorjahres konnten im Gegenzug Synergien von fast 500 Millionen € lukriert werden. Die AUA ist nicht so günstig zu haben. Vor dem Wochenende kletterte der Börsewert auf 510 Millionen €. Dem Vernehmen nach erwartet sich die Staatsholding ÖIAG einen Kaufpreis von mindestens 7,10 € je Aktie, der Kurs der letzten Kapital-
erhöhung. Was insgesamt 600 Millionen € ergibt.

  

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