Bank Austria Ergebnis fr die ersten neun Monate 2013:
Bank Austria mit ber 1 Milliarde Euro Gewinn nach neun Monaten

Betriebsergebnis dank leichten Zuwachses im Kundengeschft und trotz hoher Belastungen durch Bankenabgaben gegenber Vorjahr leicht verbessert
Kreditvolumen steigt gegenber Vorjahresultimo um knapp 1 Prozent auf 134 Milliarden Euro
Kostenbelastung durch Bankensteuern (sterreich und CEE) und Finanztransaktionssteuer in Ungarn beluft sich auf rund 148 Millionen Euro
Die Risikokosten erhhten sich leicht auf 98 Basispunkte bzw. 999 Millionen Euro
Hohes Primrmittelaufkommen: Kundenkredite sind zu 100 Prozent durch Kundeneinlagen und eigene Emissionen refinanziert
Konzernergebnis nach Steuern mit rund 1,1 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau
Harte Kernkapitalquote Core Tier 1 auf exzellente 11,3 Prozent weiter verbessert

Bank Austria Vorstandsvorsitzender Willibald Cernko: Im operativen Kundengeschft haben wir uns angesichts des Niedrigzinsumfelds und der unverndert zurckhaltenden Kreditnachfrage gut geschlagen und mit rund 1,1 Milliarden Euro Gewinn ein respektables Ergebnis erzielt. Allerdings muss man schon auch sehen, dass ein Groteil unseres Gewinns aus CEE kommt, whrend in sterreich ein immer schwerer werdender Kostenrucksack unsere Profitabilitt drckt. So beluft sich die gesamte Kostenbelastung durch Bankenabgaben und die ungarische Finanztransaktionssteuer auf 148 Millionen Euro, wovon fast die Hlfte alleine in sterreich anfllt. Positiv ist hingegen, dass wir seit September mit Smart Banking Solutions ein neues innovatives Betreuungs- und Servicemodell im Privatkundenbereich sterreichweit anbieten, mit dem wir Vorreiter am heimischen Markt sind und das die Zukunftsfhigkeit unseres Geschftsmodells langfristig sichert.

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)<1>
Der Nettozinsertrag, der mit einem Anteil von rund 62 Prozent aller Ertrge weiterhin die wichtigste Ertragskomponente darstellt, lag trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfelds mit 3.273 Millionen Euro in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf dem Niveau des Vorjahres (1-9 2012: 3.288 Millionen Euro).

Der Provisionsberschuss entwickelte sich von niedrigem Niveau kommend gegen den Trend seit Ausbruch der Finanzkrise wieder positiv und legte gegenber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 1.290 Millionen Euro zu (1-9 2012: 1.162 Millionen Euro).

Das Handelsergebnis fiel im Vorjahresvergleich mit 559 Millionen Euro um 5,6 Prozent niedriger aus, wobei allerdings zu bercksichtigen ist, dass im Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Erfolgsbeitrag aus dem Rckkauf von Hybridinstrumenten in Hhe von 126 Millionen Euro und 76 Millionen Euro durch die Abgabe von Anteilen an der MICEX (Moscow Interbank Currency Exchange), in Summe also ein Einmaleffekt von 202 Millionen Euro, gebucht worden war (1-9 2012: 592 Millionen Euro).

In Summe stiegen die Betriebsertrge aus dem operativen Geschft in den ersten neun Monaten um 1,6 Prozent auf 5.294 Millionen Euro (1-9 2012: 5.211 Millionen Euro).

Die Betriebsaufwendungen lagen mit 2.961 Millionen Euro nur um moderate 2,4 Prozent ber dem Vergleichswert des Vorjahres (1-9 2012: 2.890 Millionen Euro), was angesichts der Belastungen durch die weiter gestiegenen Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern nur durch strikte Kostendisziplin und weitere Effizienzsteigerungen im laufenden Geschftsbetrieb zu erzielen war.

In Summe belief sich die Kostenbelastung durch die Bankenabgaben in sterreich und CEE auf 114,1 Millionen Euro. Hinzu kommt noch die Finanztransaktionssteuer in Ungarn, die kostenseitige Mehrbelastungen von 33,7 Millionen Euro verursachte. Insgesamt addierte sich die Kostenbelastung aus Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuer auf 147,8 Millionen Euro, was bereits 5 Prozent des gesamten Betriebsaufwands der ersten neun Monate dieses Jahres ausmacht.
Die Belastungen verteilten sich auf die einzelnen Lnder wie folgt: Bankenabgaben fielen in sterreich in Hhe von 72,6 Millionen Euro, in der Slowakei von 10,7 Millionen Euro, in Rumnien von 1,6 Millionen Euro, in Slowenien von 1,3 Millionen Euro und in Ungarn von 27,9 Millionen Euro an, zustzlich belief sich die Finanztransaktionssteuer in Ungarn auf 33,7 Millionen Euro.

Das Betriebsergebnis blieb dank des soliden operativen Geschfts und trotz der Belastungen aus dem Titel Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuer mit 2.334 Millionen Euro um 0,5 Prozent leicht ber dem Vorjahresniveau (1-9 2012: 2.321 Millionen Euro). Rechnet man die Einmaleffekte des Vorjahres heraus (siehe Handelsergebnis), beluft sich die Verbesserung gegenber der Vorjahresperiode auf 10 Prozent.

Der Kreditrisikoaufwand erhhte sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 29,7 Prozent auf 999 Millionen Euro (1-9 2012: 770 Millionen Euro), was insbesondere auf die weitere Erhhung der Deckungsquote (Coverage Ratio) zurckzufhren ist. Im sterreichischen Kundengeschft stieg
der Kreditrisikoaufwand leicht um 5,2 Prozent auf 173 Millionen Euro (1-9 2012: 164 Millionen Euro), womit er sich auf unverndert tiefem Niveau stabilisiert hat. In CEE stieg der Kreditrisikoaufwand um
36,3 Prozent auf 828 Millionen Euro (1-9 2012: 607 Millionen Euro), was groteils dem Umstand geschuldet ist, dass die Coverage Ratio insbesondere in der Ukraine entsprechend dem aktuellen Umfeld weiter erhht wurde.

Das Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand fiel in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 14 Prozent auf 1.334 Millionen Euro (1-9 2012: 1.551 Millionen Euro). Bercksichtigt man die erwhnten Einmaleffekte des Vorjahres (Hybridrckkauf/MICEX), ergibt sich wirtschaftlich betrachtet ein operatives Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau (-14 Millionen Euro bzw. 1 Prozent).

Unter den nicht-operativen Positionen fallen die Rckstellungen mit 142 Millionen Euro (1-9 2012:
74 Millionen Euro) hher aus als im Vorjahr, was insbesondere aus dem rechtsgltigen Urteil des Schweizer Bundesgerichts im Rechtsstreit mit der Bundesanstalt fr vereinigungsbedingte Sonderaufgaben resultiert, das sich mit der Buchung von 65 Millionen Euro im zweiten Quartal zu Buche schlug. Damit ist der Schweizer Passivprozess vollstndig im Finanzabschluss bercksichtigt, es besteht daraus kein weiteres Kostenrisiko.

Das Finanzanlageergebnis weist hingegen mit 198 Millionen ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr aus (1-9 2012: minus 45 Millionen Euro), weil hier der Erls des Verkaufs der trkischen Versicherungsbeteiligungen (Sigorta/Emeklilik) in Hhe von 191 Millionen Euro gebucht wurde.

Nach Einrechnung der nicht-operativen Positionen lag das Ergebnis vor Steuern in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 1.375 Millionen Euro nur geringfgig unter dem Vorjahresergebnis (1-9 2012: 1.429 Millionen Euro). Gleiches gilt fr das Ergebnis nach Steuern, das sich auf
1.120 Millionen Euro (1-9 2012: 1.155 Millionen Euro) belief. Wobei anzumerken ist, dass sich die Einmaleffekte des Vorjahres (Hybridgewinn/MICEX) in Hhe von 202 Millionen Euro und jene dieses Jahres (Sigorta/Emeklilik) in Hhe von 191 Millionen Euro de facto egalisieren.

Das Konzernergebnis nach Steuern fiel mit 1.086 Millionen Euro praktisch ebenso hoch aus wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres (1-9 2012: 1.099 Millionen Euro).

Aus diesem Ergebnis errechnen sich folgende Finanzkennzahlen:
Die Eigenkapitalrentabilitt vor Steuern betrgt 10,6 Prozent.
Die Eigenkapitalrentabilitt nach Steuern betrgt 8,6 Prozent.
Die Cost/Income-Ratio blieb mit 53,8 Prozent im Vorjahresvergleich stabil.
Die Risk/Earnings-Ratio (Kreditrisiko in Prozent des Zinsberschusses) betrgt 29,8 Prozent.
Die Gesamtkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) verbesserte sich auf 13,5 Prozent (Ultimo 2012: 12,5 Prozent).
Die Tier 1 Quote (bezogen auf alle Risiken) stieg auf 11,6 Prozent (Ultimo 2012: 10,8 Prozent).
Die Kernkapitalquote Core Tier 1 (bezogen auf alle Risiken) erhhte sich auf 11,3 Prozent (Ultimo 2012: 10,6 Prozent).


Die Divisionen im Detail
Die Bank Austria weist ihr Ergebnis in vier Divisionen aus: Privat- & Firmenkunden, Corporate & Investment Banking (CIB), Private Banking sowie Zentral- und Osteuropa (CEE). Dazu kommt
das Corporate Center.

Die Division Privat- & Firmenkunden hat in den ersten neun Monaten 2013 ein Ergebnis vor Steuern von 141 Millionen Euro erzielt (1-9 2012: 179 Millionen Euro). Der Ergebnisrckgang ist
zum einen durch das niedrige Zinsniveau und die weiterhin verhaltene Kreditnachfrage zu begrnden, zum anderen wirkten zustzliche IT-Aufwendungen kostentreibend. Beide Entwicklungen sind dafr verantwortlich, dass sich die Cost/Income-Ratio aktuell auf 73,7 Prozent beluft (Gesamtjahr 2012: 70,0 Prozent).

Die Division Private Banking konnte in den ersten drei Quartalen 2013 das Ergebnis vor Steuern um 44,9 Prozent auf 31 Millionen steigern (1-9 2012: 21 Millionen Euro). Wesentlicher Erlstreiber war der Provisionsberschuss, der im Vorjahresvergleich um rund 15,8 Prozent verbessert werden konnte. Die Cost/Income-Ratio sank auf 71,3 Prozent (Gesamtjahr 2012: 75,4 Prozent).

Die Division Corporate & Investment Banking (CIB) erzielte in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Ergebnis vor Steuern von 166 Millionen Euro, womit es um 14,5 Prozent unter dem Vorjahr lag (1-9 2012: 194 Millionen Euro). Wichtigster Faktor war das aufgrund des niedrigen Zinsniveaus rcklufige Zinsergebnis aus dem Bereich Markets, das auch durch ein gutes Handelsergebnis sowie hohe Kostendisziplin nicht egalisiert werden konnte. Positiv entwickelte sich hingegen das Kundengeschft, wo zweistellige Zuwachsraten erzielt werden konnten. Die Cost/Income-Ratio lag bei 38,8 Prozent (Gesamtjahr 2012: 39,2 Prozent).

Die Division CEE hat in den ersten neun Monaten 2013 ein solides Wachstum verzeichnet. Das Ergebnis vor Steuern erhhte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 4,6 Prozent auf 1.373 Millionen Euro (1-9 2012: 1.313 Millionen Euro). Zu konstanten Wechselkursen wies das Ergebnis vor Steuern sogar ein Plus von 8,3 Prozent aus. Diese Entwicklung ist hauptschlich auf hhere Einknfte aus dem Gebhren- und Provisionsgeschft in der gesamten CEE Region, einen besseren Nettozinsertrag insbesondere in Russland und in der Trkei sowie auf ein gesundes Handelsergebnis zurckzufhren. Der Verkauf der trkischen Versicherungssparte erbrachte einen Ertrag von 191 Millionen, whrend im Vorjahresergebnis ein Einmalertrag aus dem MICEX-Verkauf<2> von 76 Millionen enthalten war. Der Nettogewinn stieg um 9,3 Prozent auf 1.111 Millionen Euro. Die Cost/Income-Ratio (ohne Bankensteuern) lag bei 44,1 Prozent (Gesamtjahr 2012: 44,4 Prozent).

Die Bank Austria steuert als Subholding der UniCredit die Region Zentral- und Osteuropa. Ihr Bankennetzwerk umfasst rund 2.500 Filialen und zirka 46.000 Mitarbeiter<3> in 14 Lndern. Die Gruppe sieht sich als langfristiger Investor in dieser Region und will in den nchsten Jahren ihre fhrende Marktposition durch fokussierte Investitionen in den strategischen Mrkten Tschechische Republik, Trkei und Russland ausbauen.

Die gnstigen Auswirkungen des verbesserten Konjunkturumfeldes in Europa sind zusehends auch in Zentral- und Osteuropa sprbar. Nach einem besonders schwachen Finish im letzten Jahr hat in einigen Lndern der Region insbesondere die Industrie eine eindrucksvolle Trendumkehr geschafft. Viele der jngeren EU-Mitgliedslnder haben einen Punkt erreicht, an dem die Kreditvergabe immer strker die Inlandsnachfrage untersttzen sollte. Die Hausaufgaben in der Finanzpolitik sind zu einem groen Teil erledigt und folglich sollte die Konsolidierung der ffentlichen Haushalte die Konjunktur in den jngeren EU-Mitgliedslndern knftig weniger belasten.

Angesichts eines weiter herausfordernden Konjunkturumfeldes in Zentral- und Osteuropa konzentrieren wir uns unverndert auf die Asset-Qualitt, Risiko und Effizienz. Ein gesundes Kundengeschft und eine strikte Kostendisziplin haben es uns ermglicht, das Vorsteuerergebnis zu steigern, was das Ausma unserer fortlaufenden Bemhungen veranschaulicht, sagt Gianni Franco Papa, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank Austria und Vorstand der CEE Division.

Die Bilanz

Die Bilanzsumme der Bank Austria belief sich zum 30. September 2013 auf 197,1 Milliarden Euro und war damit um 10,5 Milliarden Euro bzw. um 5,1 Prozent niedriger als zum Jahresultimo (31.12.2012: 207,6 Milliarden Euro). Die Verringerung der Bilanzsumme ist neben Wechselkurseffekten infolge der Abwertung einiger CEE-Whrungen im Wesentlichen dem Dekonsolidierungseffekt als Resultat des Verkaufs unserer ehemaligen Tochterbank in Kasachstan, der ATF Bank, und der Reduktion des Interbankgeschfts im Zuge der Optimierung der Bilanzstruktur geschuldet.

Auf der Aktivseite lagen die Kundenforderungen per Ende September mit 134,1 Milliarden Euro um 1,2 Prozent hher als zum Vorjahresultimo (31.12.2012: 132,4 Milliarden Euro). Die Forderungen an Kreditinstitute sanken hingegen um 21,3 Prozent oder 6 Milliarden Euro deutlich auf 22,1 Milliarden Euro (31.12.2012: 28,1 Milliarden Euro). Der Dekonsolidierungseffekt der ATF Bank unter der Position Zur Veruerung gehaltene Vermgensgruppen belief sich auf 3,7 Milliarden Euro.

Auf der Passivseite sanken die Primrmittel (Kundeneinlagen und verbriefte Verbindlichkeiten) um 3,1 Prozent leicht auf 134,4 Milliarden Euro (31.12.2012: 138,6 Milliarden Euro), ebenso wie die Verbindlichkeiten gegenber Kreditinstituten, die um 4,4 Prozent oder 1,4 Milliarden Euro auf 29,7 Milliarden Euro zurckgingen. Der Anteil der Primrmittel an der Bilanzsumme erhhte sich im bisherigen Jahresverlauf von 66,8 Prozent auf 68,2 Prozent und das Kreditvolumen der Bank Austria ist zu 100 Prozent durch das Primrmittelaufkommen refinanziert.

Das IFRS-Eigenkapital zum 30. September dieses Jahres blieb dank des eingestellten Gewinns nahezu konstant bei 18,1 Milliarden Euro (31.12.2012: 18,2 Milliarden Euro), obwohl die Wechselkursentwicklung auch in den Eigenkapitalkonten deutliche Spuren hinterlie. So sank etwa die Whrungsrcklage, in der sich die Umrechnungsdifferenzen der Kapitalkonsolidierung niederschlagen, um 691 Millionen Euro.

Die Eigenmittelquoten per 30. September 2013 verbesserten sich gegenber dem Jahresultimo 2012 weiter. Die Gesamtkapitalquote bezogen auf alle Risiken stieg auf 13,5 Prozent (31.12.2012: 12,5 Prozent). Die Tier 1 Quote bezogen auf alle Risiken erhhte sich auf 11,6 Prozent (31.12.2012: 10,8 Prozent) und die Kernkapitalquote ohne Hybridkapital Core Tier 1 bezogen auf alle Risiken verbesserte sich auf 11,3 Prozent (31.12.2012: 10,6 Prozent).

Der Personalstand der Bank Austria Gruppe inklusive der bei Tochtergesellschaften<4> der UniCredit Gruppe in sterreich beschftigten MitarbeiterInnen beluft sich zum 30. September 2013 auf 55.944 MitarbeiterInnen (30. September 2012: 58.057 MitarbeiterInnen). Davon waren
9.916 Vollzeitarbeitskrfte (FTE) in sterreich und 46.028 in den CEE-Lndern beschftigt.

  

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