>Ich frage mal an. Interessiert mich ohnehin.

In welchem Verhältnis beeinflusst der durchschnittliche Baumwollpreis (lt.Börsenotiz) das EBIT, und mit welcher Zeitverzögerung findet die entsprechende Anpassung der Verkaufspreise statt?


Die Antwort:

Der Fasermarkt hat ein Produktionsvolumen von ca. 82 Mio. Tonnen und setzt sich aus synthetischen Fasern (60.9%), Wolle (1.3%), und den cellulosischen Fasern Baumwolle (31.7%) und Man-Made Cellulose Fasern (MMCF 6.1%) zusammen. Da Baumwolle seit Tausenden von Jahren bekannt ist, ist sie der Trendsetter bei den Preisen. Synthetische Fasern werden mit einem Abschlag, MMC Fasern mit einer Prämie gehandelt.

Das Jahr 2012 war durch einen Preisverfall bei Baumwolle aufgrund eines Überangebots und historisch hoher Lagerbestände gekennzeichnet, der die Preise aller Fasern unter Druck gesetzt hat. Da Lenzing Kostenführer im Bereich MMCF ist, wirken sich die fallenden Preise nahezu vollständig auf das EBITDA/EBIT aus.

Die Viskosepreise reagieren normalerweise mit einer Verzögerung von ein paar Wochen auf Baumwollpreisänderungen, da in Asien, dem Hauptabnehmer von Fasern, häufig nur Einmonatsverträge abgeschlossen werden, so dass der Markt schnell reagieren kann. Aufgrund der historisch hohen Baumwollbestände, die hauptsächlich von China gehalten werden und staatlicher Eingriffe der chinesischen Regierung auf die heimischen Baumwollpreise gibt es derzeit Verzerrungen am Markt, so dass es trotz steigendem/stabilen Baumwollpreis zu sinkenden Viskosepreisen kommen kann.

  

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