Ich habe bei der Außenpolitik weniger an Kreisky als an Klestil, Mock und Busek gedacht. Gut, das war eine in unserer Region bewegtere Zeit als heute, aber die derzeitigen Außenpolitiker würden meiner Einschätzung nach selbst den Fall des eisernen Vorhanges und den Zerfall Jugoslawiens verschlafen.

Busek hatte schon vor 1989 persönliche Beziehungen zu vielen relevanten Oppositionellen hinter dem eisernen Vorhang aufgebaut, die nach der Wende dann plötzlich in Amt und Würden waren. Ein schöner Start, und natürlich hatte das sehr positive Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Österreich und seinen östlichen Nachbarn. Davon profitieren wir bis heute.

Klestil hat beispielsweise immer ausländische Staatsgäste zum Opernball eingeladen. Konket erinnere ich mich an den damaligen kroatischen Präsidenten Stipe Mesic. Warum schafft Fischer das nicht?
Auch sonst habe ich den Eindruck, daß sich heute die persönlichen Kontakte auf das unvermeidbare Mindestmaß im Rahmen der EU beschränken.

Mock war wiederum treibende Kraft für die internationale Anerkennung der Jugoslawien-Abspaltungen. Österreich war dadurch unter den ersten Ländern, die Slowenien und Kroatien als Staaten anerkannt haben. Auch wenn wir es längst vergessen haben, dort hat man uns das nicht vergessen.

Das sind für mich Akte der Außenpolitik. Und sowas gibt es heute nicht mangels Gelegenheit nicht, sondern mangels Außenpolitikern, die diese Bezeichnung verdienen.

  

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