zum Originalbeitrag

>Mehr Druck auf Arbeitslose: Wohin das führt, zeigt ein Blick
>nach Deutschland
>Weniger Geld, schnellere Jobvermittlung: In Österreich werden
>Ansätze diskutiert, die an die deutschen Hartz-IV-Reformen von
>2003 erinnern. Das waren die Folgen.
>
>https://kurier.at/wirtschaft/karriere/mehr-druck-auf-arbeitslose-wohin-das-fuehrt-zeigt-e in-blick-nach-deutschland/401836726

Der Artikel lässt wesentliches unerwähnt:

Der Beschäftigungszuwachs im Vergleich zur Gesamtbevölkerung war in Österreich zwischen 2004 und 2021 sogar größer als in Deutschland, + 647.000 Beschäftigte in Österreich im Vergleich zu + 5.600.000 Beschäftigte in Deutschland.

Die Arbeitslosigkeit stieg in diesem Zeitraum in Österreich um + 60.000 Arbeitslose, während sie in Deutschland um - 1.700.000 zurück ging. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Bevölkerungsentwicklung: Deutschland wuchs von 2004 bis 2021 nur um 660.000 Einwohner (= 0,8%), Österreich jedoch um 670.000 Einwohner (= 8,1%), also 10 mal so stark. Und diese zugewanderte Bevölkerung gelang es nicht komplett mit neuen Jobs zu versorgen.

Diese unterschiedliche Entwicklung den Harz-IV Reformen zuzuschreiben halte ich demnach für eine Fehlinterpretation! Oder anders gesagt: Harz-IV hätte bei uns in der Vergangenheit nichts bewirkt, weil wir keinen Mangel an Arbeitswilligen hatten. In Deutschland, mit der völlig anderen Situation eines zurück gehenden Angebots an freien Arbeitskräften könnte es sich aber als zusätzliche Motivation für Arbeitsunwillige, die man so aktivieren konnte, positiv auf die Statistik ausgewirkt haben.

  

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Thema #6854
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