zum Originalbeitrag

Einem Familienmitglied ist es noch mit dem Kopfschüttelunternehmen gelungen, sich unter Schmerzen bei Trade Republic zu verifizieren. Mein Los war härter, ich hatte es mit vielen Leuten von WebID zu tun, die mir alle möglichen Verrenkungen aufgetragen haben, Ärger als Ilse Buck.

https://m.youtube.com/watch?v=gLPidCZgwfI

Eine hat mich gleich zu Beginn aus dem Videochat geworfen, ich habe ihr offenbar nicht gefallen. Und plötzlich, allen Saboteuren zum Trotz, hatte ich ein Gegenüber, das mich ganz korrekt und ohne Schikanen behandelt hat. Innerhalb weniger Minuten war ich freigeschaltet, hatte Kontonummer und Debitkarte.

Was das für eine Karte ist, wurde mir zu Beginn nicht verraten, es ist in den Bedingungen immer nur von "Karte" die Rede. Ich hab die Bedingungen aufmerksam durchgelesen, ausser die ganzen Ausführungen über die Krypto-Omnibus-Wallet, da ich in der ersten Zeit nicht vorhabe, mir einen Omnibus zu kaufen.

Bezüglich Einlagensicherung erfahre ich da, dass ich halt Pech gehabt habe, falls die Bank pleite geht, wo mein Geld liegt, und falls die Einlagensicherung dann nicht zahlt. Mir ist die Deutsche Bank zugeteilt worden, Familienmitglied hat ein Konto bei der HSBC gewonnen. Ich frage mich, ob da wirklich jedem Sparer Guthaben bis zu 100.000 Euro durch die Einlagensicherung ersetzt werden, ich hab ja eigentlich gar keinen Vertrag mit dieser Bank. Obwohl die Wertpapiere auf Sammelkonten liegen werden, lautet das Konto jedenfalls auf meinem Namen, das wurde von meiner Hausbank bei der ersten Überprüfung bereits bestätigt. D.h. Das kann kein Sammelkonto des Kontoinhabers "Trade Republik" bei der Deutsche Bank sein.

Gehandelt wird laut Bedingungen vor allem mit Lang & Schwarz, sie können meine Order aber auch über Tradegate u.a. leiten. Wenn Ein Wertpapier über Trade Republic nicht mehr handelbar ist, muss ich es auf meine Kosten aus dem Depot entfernen, sonstwohin übertragen, und zwar unverzüglich. Das finde ich schlimm, denn Wertpapiere können schnell an einem Börseplatz nicht mehr handelbar sein, ich bin also auf die Gunst von LS/TR angewiesen, was die zum Handel zulassen.

Erste Zahlung zur DB wurde schnell verbucht, bei der HSBC kam zuerst die Nachricht, dass eine Zahlung im Anflug ist, verbucht wurde erst nach einigen Tagen. Rücküberweisung auch getestet, ging in beiden Fällen schnell.

Bei Depotüberträgen kann ich Teilstücke nicht mitnehmen, kaufen kann ich sie aber. Zur HV anmelden kann ich nur ganze Stücke, leuchtet mir ein. HV-Anmeldung in Österreich kostet 10 Euro. Nicht geschenkt, finde ich aber besser als damals die 100 Euro bei DeGiro, wo man den Verdacht haben konnte, dass das eine Schutzgebühr ist, um Kunden davon abzuhalten, den Broker auszutesten, ob es die Papiere wirklich real am Depot gibt, oder eben nur virtuelle Nachbildungen, Phantom Shares.

Hab die kostenfreie Debitkarte von Visa schon für einen Online-Einkauf benutzt, hat tadellos funktioniert, zusätzliche App musste ich nicht installieren wie bei anderen Banken, da ich die TR-App ja schon hatte. Hat auf Anhieb funktioniert. Wenn man die Nachricht findet, wo um Freigabe der Zahlung gebeten wird, direkt im TR-Konto wurde nichts angezeigt. Die Debitkarte kann man angeblich ab 100 Euro spesenfrei auch im Ausland verwenden, außerhalb des Euro-Raumes zu den Visa-Umrechnungskursen ohne Wechselspesen (also nur mit dem üblichen Spread wohl, der bei Devisen weit geringer als bei Valuten sein sollte).

Problem sehe ich, wenn das Endgerät kaputt geht oder verloren/entwendet wird. Man ist verpflichtet, das umgehend über die TR-App zu melden. Wird schwierig sein, wenn man keinen Zugriff auf die App mehr hat, ohne Gerät. Sonstigen Support dürfte es nicht geben. Ich muss da aber dran bleiben, für den Ernstfall muss man vorbereitet sein. Ich kenn ja die Probleme mit George, als mein Laptop sein letztes Lichterl ausgehaucht hat. Dort konnte ich wenigstens in eine Filiale fahren. Aber beim Gedanken an sowas bei TR steigen mir schon die Schweißperlen auf die Stirn, das wird hart.

Bei Umzug ins Ausland muss man das Konto auch aufgeben, schreiben sie, selbst innerhalb der EU. Wird wohl wegen der Kest sein, find ich trotzdem etwas hart formuliert, was ist mit Saisoniers, die sich mal drei Monate in Deutschland niederlassen?

Zum Handel, das ist ja das wesentliche. Erstens, LS ist ganz klar keine Börse. A) gibt es nur ein beschränktes Angebot an Papieren zur Auswahl, man kann nur aus diesem Angebot wählen, theoretisch (tatsächlich gibt es bei LS viele Papiere, die man über TR nicht handeln kann, andere kann man über TR handeln, die findet man aber nicht bei LS). B) kann man nur zum Askpreis kaufen und zum Bidpreis verkaufen, während es an der "echten" Börse viel günstigere Preise geben könnte. Wenn die bei LS/TR mit dem Askpreis endlich auf mein Limit runtergehen, ist die Aktie eh schon an der Börse im freien Fall. Ich krieg aber nicht den Börsepreis, sondern den Preis, den ich als Limit beantragt habe. Weil es eben keine relativ faire Preisbildung an der Börse mit vielen Counterparts gibt. Sondern ich nur mit LS handle. Bitte keine Order über Nacht laufen lassen, denn wenn es morgen an der Börse arg runter geht, wird mein Geschäft zum ungünstigen Limit von gestern abgerechnet, es kommt ja kein "fairer" Börsepreis zustande. C) Spreads können extrem hoch sein. Aus unerfindlichen Gründen gerade bei Warimpex um die 25%. Sowas soll man auf LS/TR nicht kaufen, da kann der gewünschte Preis an der Börse schon stark über- oder unterschritten sein, bei TR wird das Geschäft nicht abgewickelt. Bzw nur zum Askpreis bei Kaufwunsch, zum Bidpreis bei Vwrkaufswunsch. Da kann ich die 15 Cents Differenz gleich beim Fenster rauswerfen, da stehen die Chancen wirklich sehr schlecht, dass der Kunde da irgendwie ohne Verlust rauskommt.

Es gibt - bei der beschränkten Auswahl - aber auch Papiere mit niedrigen Spreads. 0,05% z.B. bei Palantir, Nokia oder Valneva finde ich durchaus akzeptabel, wenn man die Spesenersparnis (ich zahle 1 Euro pro Trade) berücksichtigt. Ich kann amerikanische Aktien oder auch deutsche oder japanische bei meiner Bank nicht zu diesen Konditionen erwerben. Wenn nicht aus dem Euro-Raum, dann zahle ich bei TR wohl einen fairen Umrechnungskurs, wenn das Papier in Euro angeboten wird, weil ja Bid und Ask ganz nah beieinander liegen, denke ich.

Nicht verstehe ich die Art der Zusammenarbeit zwischen LS und TR. Meine Umsätze scheinen nicht bei den ausgeführten Trades von LS auf.

Die Infos zu einzelnen Wertpapieren auf der LS-Seite sind absolut wertlos, da durchgehend aus dem Jahr 2020. Bei TR kommen die neuesten Nachrichten zum Papier in Kurzform, aber nur drei. Wenn die drei grad Mitteilungen über Top und Flop des Tages an der Börse sind, sind sie auch nicht wirklich brauchbar. Da muss man andere Seiten zu Rate ziehen.

Die Charts auf TR kann man vergessen, da stehen nicht einmal Zahlen dabei. Hier ist die Seite von LS schon besser.

Weil es so leicht geht, hat sich das Familienmitglied gleich die ersten Zigtausendstel eines Bitcoins in die Omnibus-Wallet gekauft, ich lass die Finger davon.

Es gibt das Angebot über 2% Saveback für "berechtigte Zahlungen" über die Kryptowallet, ich versteh das überhaupt nicht, hört sich kompliziert an, ich verzichte auf die 2%, denn zu verschenken werden die ja auch nichts haben.

Von den 50 Euro versprochener Prämie hab ich 49 Euro in Form eines Anteils an einer Amazon-Aktie bekommen. Find ich ein bisserl kleinlich, mir von den versprochenen 50 Euro noch die 1 Euro Kaufgebühr abzuziehen, aber sonst hab ich daran nichts auszusetzen, bin eh schon ein paar Cents im Plus aktuell mit diesem geschenkten Aktienanteil. Weiterempfehlen werd ich TR jetzt nicht, weil die Neukundenwerbeprämie auf 10 Euro mittlerweile gekürzt wurde, und für 10 Euro ist die ganze Kontoeröffnungsprozedur einfach zuviel Aufwand. Und man weiss ja nicht, wie es mit den Konditionen weitergeht, wenn die EU am Rückvergütungssystem der Neobroker rüttelt.

Heute habe ich meine ersten Zinsen bekommen. Die haben einen eigenen Ausdruck für die Kest. Wie ich auch in den Bedingungen einige Begriffe gefunden habe, die ich in dieser Form sonst noch nirgends gefunden habe.

Ersatz für einen Broker, der Euch an die Börsen lässt, ist TR keinesfalls. Für Anfänger könnte TR passen, man wird nicht durch zuviel Angebot verwirrt, und speziell kann man mit Kleingeld spielen, ohne immer die Spesen im Hinterkopf zu haben. Man kann statt einem grossen Fehler viele kleine machen, man kann vieles austesten und froh sein, dass man den einen oder anderen Kauf nicht mit grossen Beträgen getätigt hat. Bei kleinen Beträgen ist auch der Spread eher vernachlässigbar. Und wer gern ein bisser Pulver für schlechte Zeiten auf der Seite hat, den werden 2% Zinsen auf nichtinvestiertes Kapital freuen. Einlagesicherung beachten!

  

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