zum Originalbeitrag

Das konzerninterne Geschäfte doppelt in der Bilanz auftauchen höre ich zum ersten Mal:


Die Jahresproduktion an Strom von Wien Energie beträgt 6,28 Terawattstunden.
Wien Energie hat aktuell 4,48 Terawattstunden Strom bis Ende 2024 im Verkauf an der Börse – also getätigte, aber noch nicht abgewickelte Positionen offen. Das entspricht nicht einmal einer Jahresproduktion. 2021 hat Wien Energie 6,28 Terawattstunden Strom selbst produziert.

Die in den Medien kolportierten Mengen erklären sich wie folgt: Diese Daten (16,88 TWh) sind auf Basis des Finanzberichtes der Wiener Stadtwerke aus 2021 zu finden. Die Höhe ist rein bilanziell und zeigt die Handelsbewegungen auch für die Jahre 2022/2023. Diese Zahl beinhaltet z.B. auch konzerninterne Lieferungen. Als Beispiel erwirbt die Wien Energie GmbH für ihre Vertriebsgesellschaft Wien Energie Vertrieb GmbH & Co KG an europäischen Strombörsen Strom, den sie dann an die Wien Energie Vertrieb GmbH & Co KG weiterleitet. Dadurch scheint diese Menge bilanziell doppelt auf, ohne dass dadurch ein Risiko entsteht.

Die Höhe der erforderlichen Sicherheitskautionen ist abhängig von den weiteren Marktentwicklungen.
Wien Energie hat mit gestern, Montag 29.8.2022, 1,75 Milliarden Euro an Sicherheitskautionen für den Energiehandel aufbringen müssen. Diese Sicherheitsleistungen betreffen im Wesentlichen Strom-Verkäufe, die bereits in der Vergangenheit getätigt, aber noch nicht abgewickelt wurden. Gemeinsam mit der Stadt Wien konnten diese Garantieleistungen gestern aufgebracht werden. Am heutigen Handelstag braucht Wien Energie gar keine zusätzlichen Garantien. Seit gestern ist der Strompreis wieder um rund 23 Prozent gesunken, der Gaspreis um 13 Prozent gesunken. Wien Energie bekommt heute Sicherheitsleistungen in der Höhe von rund 800 Millionen Euro wieder zurück.

Aufgrund dieser extremen Schwankungen am Markt wurden mehrere Szenarien berechnet und mit unserem Eigentümer, mit der Stadt Wien und der Bundesregierung diskutiert. Im Worst Case-Szenario – nämlich bei einer weiteren Verdopplung des Strompreises diese Woche – würde Wien Energie 5 Milliarden an Garantien benötigen. Die 10 Milliarden beziehen sich auf eine nochmalige Zuspitzung der Situation im Worst-Worst-Case. Im Best Case benötigt Wien Energie gar keine Sicherheitsgarantien vom Bund.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20220830_OTS0101/hintergruende-und-fakten-zu-wien -energie

  

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