Dagmar Heiden-Gasteiner, Vorstandsmitglied bei BDI Biodiesel, über Shareholder Value und die Kritik am
Treibstoff Biodiesel
Börse Express: Sie meldeten, dass im 3. Quartal 2008 insgesamt 13
Projekte in Bearbeitung waren. Um was für Projekte handelt es sich?
Dagmar Heiden-Gasteiner:
Zu den aufgeführten Projekten gehörten unter anderem die vor wenigen Tagen übergebene BioDiesel-Anlage
des Unternehmens Bioarag in Altorricón, Spanien, sowie die erste industrielle BioDiesel-Anlage in
Lettland, die im Januar in Ventspils eröffnet wurde. Besondere Freude bereitet uns ausserdem die
Erweiterung der BioDiesel-Anlage in Mureck in der Steiermark. Diese Anlage wurde bereits 1991 von unseren
Experten gebaut und 1994 erstmals weltweit für die Nutzung von Altspeiseöl, 2002 auch für tierische
Fette, angepasst. Seitdem leistet die Anlage ihren Beitrag für die energieautonome Region Mureck und
erzeugt umweltfreundlichen BioDiesel unter anderem für die Busflotte der Grazer Verkehrsbetriebe.
BE: Wieweit ist die Entwicklung des Projekts Biomass-to-Liquid? Welche Vorteile bietet es?
Heiden-Gasteiner: Mit dem Forschungsschwerpunkt Biomass-to-Liquid ist die BDI am Puls der
internationalen Forschungsbemühungen. Rege Anfragen, Auszeichnungen für Forschungsprojekte in der
Umwelttechnik sowie Forschungsförderungen bestätigen dies. Längerfristig werden damit ergänzend zur
BioDiesel-Produktionsverfahren auch zusätzliche Kraftstoff-Herstellungsverfahren angeboten werden können.
Durch die Mehrheitsbeteiligung von 70% am Forschungs- und Technologieunternehmen Lignosol im Jahr 2007
hat BDI sich einen bestehenden Forschungsvorsprung gesichert und arbeitet an der Marktreife des
Biomass-to-Liquid-Verfahrens für eine wirtschaftliche Umsetzung im industriellen Massstab. Die
Prozessgrundlage der BtL-Entwicklung der BDI basiert auf der Verölung von Rohstoffen und setzt damit auf
ein energiesparenderes Verfahren, mit dem Anlagen mittlerer Grösse wirtschaftlich betrieben werden
können.
BE: Woraus wird in Ihren Anlagen Biodiesel erzeugt? Wieweit ist die Forschung zur
Herstellung von Biodiesel aus Algen?
Heiden-Gasteiner: Im Bereich der Forschung zur Gewinnung
von BioDiesel aus Algen wurde die Entwicklungsarbeit in Kooperation mit der Universität Wien fortgeführt.
Ziel ist zunächst die Auswahl der richtigen Algenstämme, deren Ölgehalt und Wachstumsraten als
Rohstoffbasis optimal sind. BDI hat das Stadium der Grundlagenforschung verlassen und arbeitet in
Photobioreaktoren an der Optimierung des Verfahrens, wobei darauf geachtet wird Wasserkreisläufe zu
schliessen, dh Abwasser aufzubereiten. Schliesslich ist vorgesehen, einen Bioreaktor mit den Abgasen
eines Biomassekraftwerkes zu betreiben, wobei in den letzten Wochen Versuche mit Abgas aus einer
Müllverbrennungsanlage erfolgreich durchgeführt wurden.
BE: Was sagen Sie zu den
Kritikpunkten gegenüber Biodiesel (Abholzung von Naturlandschaften, negative Auswirkungen auf
Nahrungsmittelproduktion, etc.)?
Heiden-Gasteiner: Die fehlgeleitete Medien-Diskussion über
die vermeintliche Konkurrenz von Biokraftstoffen und Lebensmitteln - "Teller oder Tank" - ist im Verlauf
des Jahres abgeebbt. Fehlende objektive Sachverhalte und irreale Annahmen haben die populistische Kritik
letztlich scheitern lassen, ein klares Zeichen dafür ist die im Dezember 2008 aktualisierte Richtlinie
der EU über erneuerbare Energien, in der Biokraftstoffe weiter eine tragende Rolle im Klimaschutz
darstellen, was ein vernünftiges Nebeneinander von "Teller und Tank" erwarten lässt.
BE:
Sehen Sie Biodiesel als Treibstoff der Zukunft?
Heiden-Gasteiner: Zu erneuerbaren Energien
wird es in Zukunft keine Alternative geben - davon bin ich überzeugt. Biokraftstoffe werden in den
kommenden Jahren für den Klimaschutz weiter an Bedeutung gewinnen. Allein in den USA und der EU sind
Milliardenbeträge für Investitionen vorgesehen, um den Klimaschutz und die Unabhängigkeit von der
endlichen fossilen Energie voran zu treiben. Daher arbeiten wir konsequent an der Weiterentwicklung
unserer Produktionsverfahren und forschen im Bereich der Gewinnung von Biodiesel aus Algen und
Biomass-to-Liquid, dem Biokraftstoff der zweiten Generation.
BE: Was sagen Sie zu
Alternativen zum Biodiesel?
Heiden-Gasteiner: BioDiesel und Bioethanol sind vorläufig die
einzig greifbaren, umweltfreundlichen Alternativen zu Diesel und Benzin. Die EU rechnet im Laufe der
kommenden Jahre ausserdem mit einer Ergänzung durch Kraftstoffe der so genannten zweiten Generation
(Biomass-to-Liquid) und anderer Technologien.
BE: Investor AM hat erneut gefordert, dass BDI
Biodiesel das Aktienpaket, das die BDI Beteiligungs GmbH gekauft hat, übernimmt. Sehen Sie Chancen auf
eine Einigung bzw. wie ist hier Ihre weitere Vorgehensweise?
Heiden-Gasteiner: Unser
wichtigstes Ziel ist es, BDI möglichst solide und zukunftsfähig aufzustellen. Das Unternehmen verfügt
über eine hohe Eigenkapitalbasis, die ein Vielfaches unserer derzeitigen Marktkapitalisierung darstellt.
Und das ist auch gut so: Dadurch sind wir beweglich und können - wie etwa im vergangenen Jahr -
Akquisitionen tätigen, Millionenbeträge in Forschung investieren und haben weiterhin die Möglichkeit,
grosse Projekte abzuwickeln. Wir haben gegenüber dem Investor Asset Management unsere Gründe für die
Transaktion erklärt, die vor allem darauf abzielte, das Vertrauen in die BDI zu stärken. Es gibt keine
Pläne dafür, dass diese Anteile der BDI Beteiligungs GmbH von der BDI - BioDiesel International AG
übernommen werden
BE: Sind irgendwelche Änderungen im Aufsichtsrat geplant (damit wie von
Investor AM gefordert die Mehrheit unabhängig ist)?
Heiden-Gasteiner: Es sind keine
Veränderungen im Aufsichtsrat der BDI geplant.
BE: Angesichts des dicken Cashpolsters werden
Sie wohl keine Finanzierungsschwierigkeiten haben. Wie legen Sie das Geld an?
Heiden-Gasteiner: Unsere konservative Veranlagungspolitik und die mit Sorgfalt ausgewählten
Beteiligungen sichern unser hohes Eigenkapital und geben uns die Möglichkeiten, weiterhin in Forschung
und Entwicklung zu investieren sowie grosse Projekte abzuwickeln. In der aktuellen Krise an den
Finanzmärkten hat sich unsere Strategie als erfolgreich und nachhaltig erwiesen.Am 31. März wird der
Jahresabschluss der BDI - BioDiesel International AG für das Geschäftsjahr 2008 veröffentlicht. Hier
werden Sie weitere Angaben zu Ihrer Frage finden.
BE: Welche Kosteneinsparungen sind geplant?
Werden Sie eventuell gezwungen sein, Mitarbeiter abzubauen?
Heiden-Gasteiner: Aufgrund der
aktuellen Marktsituation ist es uns zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, eine konkrete Aussage für die
Unternehmenswicklung der BDI in den nächsten beiden Jahren zu treffen - dies betrifft auch unseren
Mitarbeiterstand.
BE: Wie kreiert BDI Biodiesel Shareholder Value?
Heiden-Gasteiner: Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise sowie aufgrund der Diskussion um die
negativen Auswirkungen der BioDiesel-Produktion spiegelt die Bewertung der BDI am Kapitalmarkt die
Stärken des Unternehmens nicht wider. Im jetzigen Börsenumfeld kommt es vor allem darauf an, das
Unternehmen langfristig zu stärken: Unsere hohe Eigenkapitalbasis ermöglicht uns, weiter zu investieren
und den Unternehmenswert kontinuierlich zu steigern. Im Jahr 2008 haben wir durch unsere
Akquisitionspolitik Weichen gestellt, um über neue Märkte und die Erweiterung unseres Angebotsportfolios
neues Wachstum zu generieren. Die Nutzung von Synergien in diesem Unternehmensverbund wird weiterhin
einer unserer Schwerpunkte für das laufende Jahr sein. Auch in der Weiterentwicklung unserer
BioDiesel-Produktionsverfahren, dem Spezialthema BioDiesel aus Algen und Biomass-to-Liquid haben wir
laufend Fortschritte erzielt.
Am 31. März wird der Jahresabschluss der BDI - BioDiesel
International AG für das Geschäftsjahr 2008 veröffentlicht, davor war eine Beantwortung einiger Fragen
leider nicht möglich.
das sehe ich grundsätzlich auch so, vor allem was die anlage-alternativen in gegenwärtigen umfeld
betrifft. und dass sich das management nicht einmal zu einer ordentlichen dividende aus dem nettogewinn
durchringen konnte freut mich auch nicht besonders.
katalysator gab es aber auch keinen als
die aktie bei 6 euro notierte, und dennoch stehen wir jetzt 70% höher. ich bin überzeugt value ist
mittelfristig selbst ein katalysator und glaube, dass ein unternehmen an der börse längerfristig nicht
unter dem bestand der liquiden mittel gehandelt werden sollte.
die liquiden mittel je aktie
betragen per 31.12. 16 EUR, der buchwert je aktie 17,9 EUR, da wäre noch ein ganz schönes kurspotential
übrig. zumindest 12-13 EUR erwarte ich mir in den nächsten monaten und bleibe daher investiert.
ps: noch einen beisatz kann ich mir nicht verkneifen - ich habe mir gerade noch mal die ersten postings
in diesem thread angesehen - würde mich ernsthaft interessieren wer von den schlaumeiern damals seit
01.11. auch 70% verdient hat..
>ps: noch einen beisatz kann ich mir nicht verkneifen - ich >habe mir gerade noch mal die
ersten postings in diesem thread >angesehen - würde mich ernsthaft interessieren wer von den >schlaumeiern damals seit 01.11. auch 70% verdient hat..
Ich fand deinen Beitrag sehr
gut - also wenn du noch ein paar solche Sachen ausgraben und posten könntest.... Ich bin ganz Ohr
also meine highest conviction idea ist derzeit ECO Business, aber die verfolgst Du
anscheinend eh schon, wenn ich mir die postings im entsprechenden thread ansehe. ich kaufe seit 1,20 wie
verrückt und habe mit heute meine zielposition aufgebaut.
es ist für mich fundamental
betrachtet völlig unbegreiflich, warum ECO einen höheren discount zum buchwert/NAV aufweist als
immofinanz, immoeast, atrium usw.. nicht nur dass ECO viel leichter verständlich ist als viele andere
immos derzeit, das portfolio in AT&DE hat wohl mit sicherheit viel weniger risiko bzgl abwertungen und
rückgang mieteröse als immobilien im osten. nach dem verkauf der fleischmarkt-immobilie mit nur 7%
abschlag zum buchwert im märz bin ich mir relativ sicher, das ECO kein refinanzierungsproblem haben wird.
selbst wenn sie morgen weitere immobilien verkaufen müssten um liquidität zu beschaffen, solange sie das
nicht mit mehr als 20% abschlag machen werde ich weiterhin super geld verdienen.
ich war mir
selten zuvor so sicher dass ich mit einer aktie viel geld verdienen werde, das ist schon ein komisches
gefühl - dauernt frage ich mich was ich wohl übersehen habe. wenn das papier nicht mindestens das
doppelte wert ist dann hör ich glaub ich auf mit aktien und kauf nur noch indexfonds.. jedenfalls hab
ich rund 50% von allem was ich besitze darauf gesetzt, dass ich hier nicht daneben liege.
damit ich aber nicht wieder von manchen lesern als pusher hingestellt werde, das ist sicher KEINE
KAUFEMPFEHLUNG, sondern nur ein freundlicher hinweis, dass es sich lohnen könnte den geschäftsbericht zu
lesen!!!
nicht dass ich auch nur noch 1 euro für einen weiteren kauf übrig hätte, aber aus
interesse, was ist derzeit Dein favorit?
>ich war mir selten zuvor so sicher dass ich mit einer aktie >viel geld verdienen werde, das
ist schon ein komisches gefühl >- dauernt frage ich mich was ich wohl übersehen habe. wenn das >papier nicht mindestens das doppelte wert ist dann hör ich >glaub ich auf mit aktien und
kauf nur noch indexfonds.. >jedenfalls hab ich rund 50% von allem was ich besitze darauf >gesetzt, dass ich hier nicht daneben liege.
Also da wäre mir nicht wohl dabei - 50%? In
meinen Anfangszeiten habe ich das noch gemacht, da waren die Beträge in verschmerzbaren Größenordnungen, aber jetzt ist keine Position größer als 10, maximal 15%.
Bei Eco ist
mir das Management jedoch nicht geheuer (kann gar keinen konkreten Grund sagen, fühle mich einfach
nicht wohl dabei)
>nicht dass ich auch nur noch 1 euro für einen weiteren kauf >übrig hätte, aber aus interesse, was ist derzeit Dein >favorit?
Ich habe einige
Aktien bei denen ich mir auch sicher bin, daß ich innerhalb von drei Jahren verdopple (immer unter
der Grundannahme, die Krise ist spätestens Mitte 2010 vorbei).
Erste Bank ist zur Zeit
meine größte Position, wie sich das weiter entwickelt werde ich nach Q1 entscheiden. Von sehr
schlecht bis extrem stark halte ich alles für möglich, ich hoffe die Gerüchte daß die Erste Bank
eigene Anleihen zurückkauft stimmen, dann könnte es ein Bombenquartal werden.
naja, meine ECO position macht schon deutlich mehr als 1 jahresgehalt aus - so ganz verschmerzbar wäre
ein totalverlust auch nicht. aber es gibt für jede person eine andere anzahl von aktien, mit der man sich
wohl fühlt. ich halte es da mit buffett - kein problem 80% meines kapitals in 3 unternehmen zu halten.
extrem unwohl fühle ich mich, sobald ich 7-8 aktien im portfolio habe. meistens passiert das nur,
weil ich von keiner der aktien stark genug überzeugt bin, um mehr zu investieren. in solchen fällen ist
meine erfahrung besser gar nichts zu machen.. (stanley druckenmiller: the way to build long-term returns
is through preservation of capital and home runs..)
ich weiß nicht mehr von wem ich diesen
gedanken habe, dürfte entweder buffett oder berkowitz sein, "wieviele leute auf den forbes 100 sind schon
mit ihrer 7. besten idee reich geworden?" -> das passt sehr gut zu meiner einstellung bzgl.
diversifikation..
danke, erste bank habe ich mir schon länger nicht mehr angesehen,
werde ich jetzt bald nachholen!
>extrem unwohl fühle ich mich, sobald ich 7-8 aktien im >portfolio habe. meistens passiert das
nur, weil ich von keiner >der aktien stark genug überzeugt bin, um mehr zu investieren. >in solchen fällen ist meine erfahrung besser gar nichts zu >machen.. (stanley
druckenmiller: the way to build long-term >returns is through preservation of capital and home
runs..)
Schon richtig, aber ich bin kein zweiter Buffett oder Druckenmiller. Wenn man
katastrophale Fehler vermeidet ist mMn Wohlstand auf lange Sicht gesichert. Extremer Reichtum ist
damit nicht möglich, aber auch kein totaler Rückschlag.
Buffett hat das sehr gut am
Beispiel von LTCM beschrieben - lauter extrem intelligente Leute, die ihr Geschäft verstanden haben,
eigenes Geld investiert haben und mehr als ein Jahrzehnt (schon bei Salomon) sehr erfolgreich
waren wurden ausradiert und teilweise in Riesenschulden gestürzt, weil einige sogar Geld geliehen haben
um noch mehr in den eigenen Fund investieren zu können.
Sprich wenn meine beste Idee bei
50% Gewichtung aufgeht habe ich vielleicht ein Jahr in dem ich 100% mache - aber wenn ich völlig
falsch liege erleide ich einen schweren, kaum mehr aufzuholenden Rückschlag. Ist es das wert?
Anything times zero is zero.
>ich weiß nicht mehr von wem ich diesen gedanken habe,
dürfte >entweder buffett oder berkowitz sein, "wieviele leute auf >den forbes 100 sind
schon mit ihrer 7. besten idee reich >geworden?" -> das passt sehr gut zu meiner
einstellung >bzgl. diversifikation..
Das ist von Buffett. Aber ich sehe, wir haben die
gleichen Vorbilder Buffett, Druckenmiller, Berkowitz,...
>ich war mir selten zuvor so sicher dass ich mit einer aktie >viel geld verdienen werde, das
ist schon ein komisches gefühl >- dauernt frage ich mich was ich wohl übersehen habe. wenn das >papier nicht mindestens das doppelte wert ist dann hör ich >glaub ich auf mit aktien und
kauf nur noch indexfonds.. >jedenfalls hab ich rund 50% von allem was ich besitze darauf >gesetzt, dass ich hier nicht daneben liege.
Gestern hattest du ja zwischenzeitlich schon
fast verdoppelt, aber die Umsätze sind lächerlich gering...