....auf das Argument des BDI-Aufsichtsrats, dass man aus Unternehmenssicht einen Aktienrückkauf derzeit
nicht als attraktiv betrachte....
Was sind denn das für Tro... - ein Rückkauf von Aktien unter
dem
Cash-Bestand pro Aktie soll nicht attraktiv sein?
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Die belgische Investmentgesellschaft Investor Asset Management (Investor AM) erhält mit ihrer Kritik an
Interessenskonflikten und mangelnder Corporate Governance bei der österreichischen BDI Biodiesel nun
Unterstützung vom Interessenverband der Anleger. Auslöser der Diskussion sind Insidergeschäfte des
Vorstands vom Dezember des Vorjahres. Demnach hat die BDI Beteiligungs GmbH, die mehrheitlich im Besitz
der beiden BDI-Vorstände steht, ausserbörslich 14,3% der BDI-Aktien zu 7,17 Euro das Stück gekauft.
"Wir schliessen uns der Forderung von Investor AM an, dass BDI Biodiesel dieses Aktienpaket
übernehmen sollte", so IVA-Präsident Wilhelm Rasinger Auch wäre es angebracht, wenn die Mehrheit des
Aufsichtsrats unabhängig wäre.
Investor AM argumentiert, dass BDI auf genügend Cash-Reserven
(57 Mio. Euro per Ende drittes Quartal) sitzt, um diesen Rückkauf eines grossen Aktienpakets unter Fair
Value hätte tätigen können. Das Argument der BDI-Organe, die Cash-Position sichere in schwierigen Zeiten
das Überleben und die notwendige finanzielle Flexibilität, lässt Jan Vantomme (im Bild) von Investor AM
nicht gelten: Schliesslich hätte das Paket nur rund 2,7 Mio. Euro gekostet. "Wir können nicht
nachvollziehen, warum das Unternehmen zwar mit 57 Mio. Euro 'überleben' kann, aber nicht mit 54 Mio.
Euro", so Vantomme.
Auch den Hinweis, dass BDI keine Ermächtigung zum Aktienrückkauf hat,
beeindruckt ihn nicht. Man hätte sich der Gesellschaft der beiden Vorstände ja als "Zwischenlager" für
den Ankauf bedienen können, bis die HV den Aktienrückkauf genehmigt.
Auf das Argument des
BDI-Aufsichtsrats, dass man aus Unternehmenssicht einen Aktienrückkauf derzeit nicht als attraktiv
betrachte, antwortet der Fondsmanager mit einem Rechenbeispiel: "Der Ankauf des Pakets kostet 2,72 Mio.
Euro, der Fair Value des Unternehmens nach dem Aktienrückkauf liegt bei 64,2 Mio. Euro. Unter Abzug der
rückgekauften Aktien steigt das Eigenkapital je Aktie von 17,6 auf 18,76 Euro, was eine Generierung von
Shareholder Value im Ausmass von 3,96 Mio. Euro entspricht. Der Return on Investment liege folglich bei
146%".
"Die BDI-Organe nehmen uns nicht ernst", so Vantomme, der mit einem Anteil von etwas
über 1% gegen den Mehrheitsaktionär keine Chance hat. Was wird er daher tun? "Wir wollen weiterhin auf
unabhängige Aufsichtsräte drängen und die Medien auf die mangelnde Corporate Governance hinweisen".
(bs)
Aus dem Börse Express vom 20. Februar 2009