Die Fondsgesellschaft moniert §erhebliche Interessenskonflikte" bei der in Graz ansässigen BDI Biodiesel.
Auslöser sind Insidergeschäfte des Vorstands. Demnach hat die BDI Beteiligungs GmbH, die zu 86% im Besitz
der beiden BDI-Vorstände Wilhelm Hammer und Helmut Gössler steht, am 15. und 17. Dezember ausserbörslich
542.584 Aktien oder 14,3% des ausstehenden Kapitals von BDI zu einem Durchschnittspreis von 7,17 Euro
gekauft.
Die Aktien dürften von Fortis, der Ringturm KAG und Banque AIG stammen. Alle drei
Finanzinvestoren meldeten im Dezember einen Verkauf ihrer Anteile bzw. den Rückfall unter die
Meldeschwelle von 5%. Der Börse Express sprach dazu mit Jan Vantomme (im Bild), Managing Director von
Investor Asset Management. Bei BDI wurde um eine Stellungnahme angefragt.
Börse Express:
Welchen Anteil hält Investor AM aktuell an BDI Biodiesel?
Jan Vantomme: Investor Equities ist
mit 1,02% an BDI beteiligt.
BE: Seit wann sind Sie investiert?
Vantomme: Unser
Fonds startete am 1. Mai 2008. Der erste Kauf von BDI fand am 5. Mai statt.
BE: Wie war die
Reaktion des BDI-Managements, als Sie Ihren Unmut über die Insidertransaktionen geäussert haben?
Vantomme: Wir waren mit CEO Hammer in Kontakt. Er sagte, er sehe darin kein Problem, vielmehr sei
es positiv, weil damit das Management zeigt, dass der aktuelle Kurs exzellente Möglichkeiten bietet.
Normalerweise begrüssen wir es auch, wenn Unternehmensinsider Aktien kaufen. Aber BDI Biodiesel hat eine
grosse überschüssige Cash-Position, mit der nichts verdient wird. Daher ist es die Aufgabe des
Managements, mögliche Alternativen zu überlegen. Eine davon wäre ein Aktienrückkauf. Da das Management
gleichzeitig auch Grossaktionär ist, kann es die Ermächtigung für einen solchen Aktienrückkauf
vorschlagen. Unserer Ansicht nach ist es unfair, eine sich bietende Möglichkeit für den Rückkauf eines
grossen Aktienpakets unter Fair Value dahingehend zu nutzen, dass das Management im eigenen Interesse
handelt. Für uns ist das ein klarer Interessenskonflikt, bei dem das Management die eigenen Interessen
vor jene des Unternehmens und damit aller Aktionäre gestellt hat. CEO Hammer meint, diese Ansicht teile
er nicht.
BE: Sie fordern den Aufsichtsrat auf, "notwendige Schritte" zu setzen. Welche wären
das?
Vantomme: Wir haben an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats geschrieben und warten auf
eine Antwort. Wenn wir nicht ernst genommen werden, machen wir den Brief publik. Der einfachste Weg, um
die Interessen von Gross- und Kleinaktionären zu vereinen, wäre der Verkauf des Aktienpakets, das die BDI
Beteiligung im Dezember erworben hat, an die BDI - zu gleichen Kondititionen. Generell muss auch
angemerkt werden, dass sich anscheinend seit zwei Jahren kein wertbringendes Investmentprojekt für das
überschüssige Cash finden lässt. Daher wäre es auch gut, wenn das Management allen Aktionären klar
mitteilt, welche Pläne man dafür hat bzw. wie man gedenkt, Shareholder Value zu generieren. Oder sie
überlegen sich andere Möglichkeiten, das Geld an die Aktionäre zurückzugeben.
BE: Ist
Investor Asset Management im Bereich "Shareholder Activism" aktiv?
Vantomme: Wir haben uns
zuvor noch nie derart engagiert und sehen uns selbst auch nicht als "aktiven" Shareholder. Wir fühlten
uns aber von den Handlungen des Managements hintergangen. Deshalb sind wir auch laut geworden.
BE: Sind Sie noch in anderen österreichischen Aktien investiert?
Vantomme: Ja, in Kapsch
TrafficCom.
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