Wenn in einem Quartalsbericht mehr von (angeblichen?) technischen Erfolgen usw. als von Zahlen die
Rede ist ...
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BDI - BioEnergy International AG schafft mit strategischer
Neuausrichtung und Großaufträgen die Basis für eine erfolgreiche Zukunft
- BDI baut die
größte BioDiesel-Anlage in Frankreich - Pilotanlage BioCRACK in Kooperation mit OMV in Wien
Schwechat erfolgreich eröffnet - Weitere internationale Aufträge für die BDI
Multi-Feedstock-Technologie in Verhandlung - Hauptversammlung beschließt
Dividendenausschüttung - Strategischer Maßnahmenplan zur Sicherstellung des zukünftigen Wachstums
(Grambach, 09.08.2012) BDI - BioEnergy International AG hat im ersten Halbjahr 2012 weitere
Aufträge für den Bau neuer Anlagen akquirieren können. Neben dem Geschäft mit BioGas- und
BioDiesel-Anlagen konnte auch die BioCRACK Technologie als neuer Geschäftsbereich und mögliches
neues Standbein etabliert werden. Der aktuelle Auftragsbestand beläuft sich auf 28,5 Mio. Euro,
im zweiten Quartal 2011 lag dieser bei 22,2 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr beliefen
sich auf 15,2 Mio. Euro, nach 17,4 Mio. Euro im Vorjahr, das EBIT beträgt 0,4 Mio. Euro in diesem,
vom Unternehmen kommunizierten Übergangsjahr.
Die Zahlen zeigen das wirtschaftlich
schwierige Umfeld, in dem die BDI zur Zeit operiert. 2012 wurde als Übergangsjahr geplant, um das
Unternehmen im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung erfolgreich zu positionieren. Das Portfolio der BDI soll künftig vom Spezialanlagenbau für die BioDiesel- und BioGas-Branche hin zum
Komplettanbieter von komplexen industriellen Green-Tech-Lösungen erweitert werden. Der Einstieg in
die Segmente Abfall- und Reststoffverwertung und BioGas für industrielle Anwender war ein wichtiger Schritt in diese Richtung, neu eingelangte Aufträge und Anfragen aus dem Markt geben
dieser Strategie Recht.
Die im französischen Etampés errichtete BioGas-Anlage mit einem Auftragsvolumen von 4,45 Mio. Euro wurde im zweiten Quartal 2012 mechanisch fertig gestellt. Die
Anlage dient der Verwertung von Speiseabfällen und versorgt, nach vollständiger biologischer
Inbetriebnahme über 4.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie. Ebenfalls in Frankreich, wird die künftig größte Multi-Feedstock BioDiesel-Anlage Frankreichs errichtet. Die Anlage stellt
hochqualitativen BioDiesel aus Abfallstoffen her. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 16,4 Mio.
Euro.
Ein zukunftsweisender Meilenstein ist das Projekt BioCRACK, das BDI in Kooperation
mit dem europäischen Mineralölkonzern OMV durchführt. Nach langjähriger Erprobung wurde am 2. Juli
die Pilotanlage in Schwechat bei Wien in Betrieb genommen, die weltweit Erste ihrer Art. BioCRACK
bedeutet, dass aus fester Biomasse, etwa Hackschnitzel oder Stroh, direkt in der Raffinerie
Dieselkraftstoff von höchster Qualität erzeugt wird. Für BDI öffnet sich damit ein internationaler
Markt. Auch die 'grüne Raffinerie' rückt dank der Erhöhung des biogenen Anteils im Treibstoff ein
Stück näher.
Die diesjährige Hauptversammlung der BDI - BioEnergy International AG hat eine Dividendenausschüttung in Höhe von EUR 0,25 je Stammaktie beschlossen. Die Ausschüttung
erfolgte mit 25.05.2012.
Der vollständige Zwischenbericht zum 1. Halbjahr 2012 ist auf der
Website www.bdi-bioenergy.com
veröffentlicht.
Sollten diese Tatsache der BDI nicht Auftrieb geben (siehe letzter Absatz) ? BDI haben sich ja
strategisch schon vor 2-3 Jahren komplett umgestellt (waste-to-energy),...
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Energie. Die EU gibt die Pläne für die verpflichtende
Beimischung von Biotreibstoffen aus Getreide auf. Die Subventionen sollen gestrichen werden, Brüssel. In einer Kehrtwende will sich die Europäische Union (EU) von Biokraftstoffen aus Getreide
verabschieden und kommt damit Forderungen zahlreicher Umweltverbände nach. Einem Gesetzentwurf zufolge
sollen die Subventionen für Sprit aus Raps, Mais oder anderen Rohstoffen der Nahrungsmittelproduktion bis
zum Ende des Jahrzehnts ganz gestrichen werden. Ihr Anteil an den wegen ihrer klimaschonenden Wirkung
geförderten Biotreibstoffe soll damit auf fünf Prozent begrenzt werden, heißt es in dem Entwurf der
EU-Kommission, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag und der noch von den Mitgliedsstaaten und vom
EU-Parlament beraten werden muss. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hatte eine Wende seit Wochen
gefordert und sprach daher am Dienstag von einem richtigen Schritt.
"Die Kommission ist der
Ansicht, dass in der Zeit nach 2020 Biotreibstoffe nur gefördert werden sollen, wenn sie zu einer
deutlichen Senkung der Treibhausgase beitragen und nicht aus Getreide hergestellt werden, die für
Nahrungs- oder Futtermittel genutzt werden", heißt es in dem Entwurf, dem mehr als zweijährige Beratungen
vorangingen. Mehreren von der EU darin zitierten Studien zufolge ist Biosprit aus Getreide lange nicht so
klimafreundlich wie gedacht. Zudem fällt die Ernte in diesem Jahr nach Dürren in wichtigen Anbauregionen
wie in den USA schwach aus. Die Preise für Getreide sind drastisch gestiegen und haben Sorgen ausgelöst,
der subventionierte Anbau von Sprit-Rohstoffen schüre einen Engpass bei Lebensmitteln.
Richtiger Schritt
Niebel lobte die Kehrtwende als einen "richtigen ersten Schritt". "Die
Frage Tank oder Teller stellt sich natürlich weltweit", betonte der FDP-Politiker, der seit längerem
einen Verzicht auf Treibstoffe aus Getreide fordert. Das federführende Umweltministerium wollte sich
dagegen nicht äußern, da der Vorschlag dem Ressort noch nicht vorliege.
Umweltverbände
verlangten von der Regierung, nun auch den nächsten Schritt zu gehen und das umstrittene Benzin E10 zu
stoppen. Das dafür nötige Bioethanol richte ökologische und ernährungspolitische Kollateralschäden an,
erklärte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Andere
feierten den Kurswechsel als Durchbruch: "Endlich gibt auch die EU-Kommission offiziell zu: Agrosprit aus
Palmöl und Sojaöl gefährdet das Klima", jubelte der Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter.
Rückschlag für Hersteller
Für die Hersteller von Treibstoffen aus Getreide ist die
Kehrtwende ein herber Rückschlag. Die Aktien der Südzucker -Tochter CropEnergies fielen um rund zwei
Prozent. VerBio brachen sogar um gut sieben Prozent ein. Die Branche macht in Europa einen Umsatz von
etwa 17 Milliarden Euro. Der Anteil der Treibstoffe aus Getreide beträgt im Moment 4,5 Prozent. Damit
bleibt kaum Spielraum für einen weiteren Ausbau der Produktion. Biodiesel droht das Aus: Er wird vor
allem mit Hilfe von Raps, Sojabohnen und Palmöl hergestellt. Den Studien zufolge entsteht bei seiner
Produktion so viel CO2, dass nur eine geringe Klimaschonung erreicht wird.
Branchenverbände
gingen denn auch hart ins Gericht mit der Kommission: Die zitierten Studien hätten gravierende Defizite
und könnten nicht für die Berechnung der Klimatauglichkeit der Herstellung herangezogen werden, erklärte
die deutsche Bioethanolwirtschaft (BDB). Die deutsche Biokraftstoffindustrie (VDB) warnte vor der
Stilllegung von Produktionsanlagen und einem Verlust von Arbeitsplätzen.
Unternehmen, die an
Gas betriebenen Fahrzeugen arbeiten, unterstützen dagegen das Ziel der Kommission, nun den Anteil von
Treibstoffen zu steigern, die aus Abfall oder Algen produziert werden. Dem Entwurf zufolge soll er
vervierfacht werden, um das angestrebte Ziel von zehn Prozent klimafreundlicher Benzinarten am
Gesamt-Verbrauch zu retten. Der Brüsseler Bürochef von NGVA-Europe äußerte aber die Sorge, dass bei Shell
oder BP die Sektkorken knallen: Die EU dürfe keinen Druck von den Ölkonzernen nehmen, umweltfreundliche
Treibstoffe zu unterstützen, forderte Matthias Maedge.