Die Germanen kassieren uns ab:


OMV warnt: Gas-Zahlungen an Gazprom könnten gepfändet werden
Europäischer Energiekonzern hat ein Gerichtsurteil gegen Gazprom erwirkt - Im Falle einer Zwangsvollstreckung könnte Gazprom Lieferungen einstellen - E-Control: Gasversorgung gesichert

Die OMV hat am Mittwoch davor gewarnt, dass der russische Gazprom-Konzern seine Gaslieferungen an die OMV einstellen könnte, weil die für Gazprom bestimmten OMV-Zahlungen für Gas nach einem ausländischen Gerichtsurteil möglicherweise gepfändet werden könnten. Die OMV könnte aber auch im Fall einer solchen Zwangsvollstreckung seine Vertragskunden mit Gas aus anderen Quellen versorgen, erklärte die OMV in einer Pflichtmitteilung.
Die OMV Gas Marketing & Trading GmbH (OGMT) habe von einem Gerichtsurteil erfahren, das ein großes europäisches Energieunternehmen gegen Gazprom erwirkt habe, heißt es in der Stellungnahme. Den Namen des Unternehmens oder des Gerichts wollte die OMV nicht nennen, dem österreichischen Energieregulator E-Control und dem Energieministerium in Wien ist der Name des Unternehmens nicht bekannt, wie sie auf Anfrage der APA erklärten. In dem Urteil geht es um Forderungen des nicht genannten Energieunternehmens gegen Gazprom, die nun zwangsvollstreckt werden könnten.

Im Falle einer Zwangsvollstreckung hält es die OMV für wahrscheinlich, "dass Gazprom Export die Gaslieferungen im Rahmen des Gasliefervertrages mit der OMV Gas Marketing & Trading GmbH einstellen und damit den österreichischen Gasmarkt beeinträchtigen wird", heißt es in der sogenannten "Urgent Market Message" der OMV. Diese Einschätzung stütze sich auf das Verhalten von Gazprom Export in ähnlichen Situationen.

Die E-Control erklärte dazu, dass die Gasversorgung des österreichischen Marktes im kommenden Winter jedenfalls gesichert sei. Das Szenario eines Ausfalls russischer Gaslieferungen sei in entsprechenden Berechnungen zur Versorgungslage der E-Control bereits enthalten. Die Speicher in Österreich seien bereits zu rund 77 Prozent gefüllt und es gebe alternative Importmöglichkeiten über Deutschland und Italien. Dies sollte auch für den Winter 2025/26 gelten, da bis dahin weitere Infrastrukturausbauten fertig gestellt werden, heißt es in einer Stellungnahme der E-Control. Weiters geht die E-Control davon aus, dass die Gasversorger die notwendigen Maßnahmen für mögliche Lieferausfälle getroffen haben.

Eine mögliche Einschränkung der Gaslieferungen an die OMV bedeute nicht zwingend, dass weniger oder kein Gas mehr über die Ukraine in die EU oder nach Österreich geliefert werden kann. Sollte aber tatsächlich weniger Gas über die Ukraine kommen, könnte das kurzfristig zu höheren Gaspreisen führen. Die Erhöhung der deutschen Speicherumlage wäre in einem derartigen Szenario besonders kontraproduktiv, da dadurch notwendige Gasimporte für Österreich über Deutschland deutlich teurer würden, aktuell um 1,86 Euro/MWh, ab 1. Juli sogar um 2,5 Euro/MWh. Deshalb wird die Speicherumlage von der E-Control scharf kritisiert.

Die OMV hat mit Gazprom einen Gasliefervertrag bis 2040. Sie bezieht auch Gas auch aus eigener Produktion in Österreich und Norwegen und von anderen Produzenten. Die OMV hat nach eigenen Angaben auch langfristige LNG-Lieferverträge abgeschlossen, die am Terminal in Rotterdam nach Europa importiert werden. Zudem nehme man als potenzieller Käufer an den Versteigerungen der gemeinsamen Gas-Einkaufsplattform der EU teil und verfüge auch über die notwendigen Transportkapazitäten.

  

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Greenpeace reicht bei OECD Beschwerde gegen OMV ein
Umweltorganisation kritisiert weiteren Ausbau des Gasgeschäfts

Noch vor der Hauptversammlung der OMV am 28. Mai droht dem teilstaatlichen und börsennotierten Öl- und Gaskonzern Ungemach seitens der Umweltorganisationen Greenpeace und "Fridays for Future". Beide reichen bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Beschwerde gegen den Konzern ein, zeigt eine Aussendung von Greenpeace am Donnerstag. Der Vorwurf: Mit dem weiteren Ausbau des fossilen Gasgeschäftes fördere die OMV die Klimakrise.

Nach Einlangen der Beschwerde hat die Nationale Kontaktstelle der OECD, die in Österreich beim Wirtschaftsministerium angesiedelt ist, drei Monate Zeit, die Zulässigkeit der Beschwerde zu prüfen. Allerdings muss wohl damit gerechnet werden, dass sie auch bei der Hauptversammlung thematisiert wird. Die OMV teilte dazu mit, "dass Demonstrationen und Protestaktionen Ausdruck einer engagierten Zivilgesellschaft sind. Die OMV respektiert das Recht auf freie Meinungsäußerung und die sachliche, respektvolle Auseinandersetzung".

Als Beispiel führt Greenpeace das Projekt Neptun Deep im Schwarzen Meer an. Dabei verfolgen die OMV Petrom, an der die OMV 51 Prozent der Anteile hält, und die rumänische Romgaz ein Offshore-Gasförderprojekt. Ab 2027 soll dort 20 Jahre lang Gas gefördert werden. Laut Berechnungen in der Umweltverträglichkeitsprüfung werde dies 276 Millionen Tonnen Treibhausgase verursachen. Allerdings sei die umweltrechtliche Genehmigung für das Gasprojekt noch ausständig.


"Jüngste UN-Berichte, als auch das Net-Zero Szenario der internationalen Energieagentur sprechen eine klare Sprache: Es gibt keinen Platz für die Erschließung neuer fossiler Brennstoffe", teilte Greenpeace mit. Der österreichische Öl- und Gaskonzern habe sich verpflichtet, das Geschäft an den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen auszurichten. Mit dem Ausbau des Gasgeschäftes widerspreche die OMV dem OECD-Leitsatz "so früh wie möglich und proaktiv zu handeln, um negative Umweltauswirkungen zu vermeiden".

Die OMV sieht die Angelegenheit naturgemäß anders: "Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Unternehmen werden wir unsere Öl- und Gasproduktion zur energetischen Nutzung bis 2030 schrittweise von rund 490.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalent/Tag) im Jahr 2021 auf 350.000 boe/d im Jahr 2030 senken und bis 2050 vollständig einstellen", teilte der Öl- und Gaskonzern in einer Stellungnahme mit. "Gas dient als Brückentechnologie und ist für die Energiewende unverzichtbar. Daher streben wir einen Anteil von Gas in unserem fossilen Portfolio von 60 Prozent bis 2030 an, bei einem zeitgleichen Rückgang von Öl - dabei ist das im Jahr 2023 genehmigte Gasprojekt Neptun-Deep bereits berücksichtigt."

Darüber hinaus ist die OMV kürzlich dem Oil & Gas Methane Partnership (OGMP 2.0) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) beigetreten.


Die OMV merkte weiters in einer Information an, dass wesentliche Umweltmaßnahmen vorgenommen werden: Dabei gehe es um die Optimierung und Dekarbonisierung der Betriebsprozesse sowie zur Steigerung der Energieeffizienz. So sollen das Begleitgas sowie die Methanemission reduziert werden.

  

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OMV 2024 [Alle anzeigen] , Rang: Warren Buffett(3306), 22.5.24 14:09
 
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