-------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu:
Großteils neu nach PK ---------------------------------------------------------------------
Die
Österreichische Post musste im 1. Halbjahr 2025 - nach einem starken Vorjahr - Federn lassen. Das
Betriebsergebnis (EBIT) gab um 11 Prozent auf 94 Mio. Euro nach. Der Umsatz lag mit 1,488 Mrd. Euro um
1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ein deutliches Plus gab es beim operativen Free Cashflow mit 160,9
Mio Euro, ein Zuwachs von 9,3 Prozent. Zum Ausblick für das Gesamtjahr hieß es, es werde ein Umsatz am
Niveau des Vorjahres angepeilt und ein EBIT von 200 Mio. Euro.
Die teilstaatliche,
börsennotierte Post AG verwies am Freitag darauf, dass der Umsatz im Vorjahr noch durch Wahlen und
Währungseffekte in der Türkei positiv beeinflusst war. So liegt der Umsatzerlös heuer immerhin um 15,8
Prozent über dem Wert von 2023. Im Bereich Paket und Logistik habe das Plus im Zwei-Jahres-Vergleich
sogar 30 Prozent betragen.
Personalaufwand stabil
Unterm Strich hat der ehemalige
Monopolbetrieb von Jänner bis Juni 2025 ein Periodenergebnis von 68,4 Mio. Euro eingefahren, das ist ein
Rückgang von 12,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024. Das Ergebnis je Aktie ging von 1,12 auf
0,99 Euro zurück, ein Minus von 11,3 Prozent. Der Personalaufwand blieb mit 699 Mio. Euro nahezu
stabil.
"Im schwierigen Marktumfeld hat sich die Österreichische Post solide entwickelt,
besonders freut mich der erstmals positive Ergebnisbeitrag unserer bank99", kommentierte
Post-Generaldirektor Walter Oblin die Halbjahres-Zahlen. Die Bank habe seit ihrer Gründung vor fünf
Jahren nun das erste positive Halbjahr abgeliefert, Ziel bleibe der Break-even bis zum Jahresende
2025.
Nachdem die Post selbst ins Bankgeschäft eingestiegen war, will sie nun auch im
Mobilfunkmarkt mitmischen. Der Start mit einer eigenen Marke solle im April 2026 erfolgen, wie das
Angebot heißen wird, ließ Oblin offen. Es werde jedenfalls der Konnex zur Post ersichtlich sein.
Sonntagszustellung gut angelaufen
Zufrieden zeigte sich Oblin mit dem Anlaufen der
Sonntagszustellung in Wien, Linz und Graz. Vergangenen Sonntag seien fast 25.000 Pakete zugestellt
worden. Um Bestellvorgänge noch sicherer zu machen bietet die Post nun auch PostPay an. Hierbei wird die
Zahlung des Kunden erst abgebucht, wenn das bestellte Paket in den Händen der Post ist. Das Service wird
großflächig ab September ausgerollt, ein Konto bei der bank99 ist nicht erforderlich.
Das
zurückhaltende Investitionsklima und damit einhergehend geringere Werbeausgaben der Unternehmen hätten
die Post jedenfalls zu spüren bekommen. In Österreich und der Türkei hätten sich die Umsätze trotzdem
positiv entwickelt, in Südost- und Osteuropa gab es einen Rückgang. Oblin erinnert daran dass sich
Österreich das dritte Jahr in Rezession befindet. Ein Blick über die Grenzen zeige, dass bei den
Postkonzernen in Europa "kein Stein auf dem anderen bleibt", die Österreichische Post sei hier ein
"stabiler Fels in der Brandung".
Ausblick bestätigt
Auf das Gesamtjahr blickend
meinte Oblin: "Im herausfordernden Umfeld werden zusätzliche vertriebs- und kostenseitige Schritte
gesetzt, um unsere Stabilität auch 2025 zu erhalten." Basierend auf dem durchschnittlichen
Investitionsbedarf der vergangenen Jahre werden die erforderlichen Investitionen (CAPEX) für das Jahr
2025 voraussichtlich zwischen 150 und 160 Mio. Euro liegen.
Kürzlich wurde der Startschuss für
den Umbau bzw. teilweisen Neubau des Logistikzentrums in Salzburg gegeben. Die Fertigstellung ist für
2027 geplant, womit die Post den letzten großen Baustein bei ihrer Infrastrukturoffensive abgeschlossen
hat, so Oblin. Weiter geht es im Ausland, hier sind zwei Zentren in Bau bzw. geplant, eines in Budapest
und eines in Istanbul.
Weniger Regulierung erwünscht
Der Post-Chef appellierte an
die Bundesregierung, die im Regierungsprogramm vorgesehene Reduktion des Regulierungsregimes rasch
umzusetzen. Es sei völlig veraltet, bei massiv zurückgehenden Briefsendungen diesen Sektor weiter zu
regulieren. Und auch bei den Paketen und den Poststellen wünscht sich Oblin weniger Regulierung. Dies
wäre eine gute Gelegenheit, die allseits kritisierte Überregulierung zurückzufahren, so der Post-Chef.
Oblin betonte, dass die Post, im Gegensatz zu Mitbewerbern, auch in der Paketzustellung großteils
auf eigene Mitarbeiter setzt - und sehr viel in die Lehrlingsausbildung investiert. In Österreich seien
im Kerngeschäft 17.607 Personen, gerechnet in Vollzeitkräften, beschäftigt. Inklusive dem internationalen
Geschäft waren es 28.103 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Zu den Zolleskapaden von
US-Präsident Donald Trump meinte Oblin, diese würden der gesamten Wirtschaft schaden. Die direkten
Auswirkungen seien für die Post aber gering, jährlich würde eine sechsstellige Zahl an Postsendungen in
die USA gehen.