Deutschland: Dienstleistungssektor verliert im September angesichts sinkenden Auftragseingangs an Schwung

Anzeichen schwacher Nachfrage führten dazu, dass die Geschäftstätigkeit im Servicesektor im September scharf ausgebremst wurde. So fielen auch die Zukunftsaussichten verhalten aus. Nichtsdestotrotz hielt sich der Jobaufbau relativ beharrlich und nahm gemessen am historischen Standard deutlich zu.

Der finale und saisonbereinigte IHS Markit ServiceIndex Geschäftstätigkeit fiel im September um 3,4 Punkte auf 51,4 und damit auf den niedrigsten Wert der vergangenen drei Jahre.

Die Detailbetrachtung zeigte einen Rückgang der Geschäftstätigkeit bei den Unternehmen der Post & Telekommunikationsbranche und auch in den übrigen fünf erfassten Teilbereichen hat sich das Wachstum verlangsamt. Dabei schnitten Firmen im Bereich Vermietung & Unternehmensnahe Dienstleistungen noch am besten ab, gefolgt von den Finanzdienstleistern.

Die nachlassende Dynamik im Servicesektor war größtenteils dem ersten Einbruch im Auftragseingang seit Dezember 2014 geschuldet, der wiederum Rückschlüsse auf eine schwächelnde Binnennachfrage ziehen lässt. Daneben spielte ein Minus bei den Neuaufträgen aus dem Ausland eine wichtige Rolle – diese fielen so gering aus wie seit über fünf Jahren nicht.

Einhergehend mit den Einbußen beim Auftragseingang, griffen die Dienstleister weiter auf ihre vorhandenen Auftragsbestände zurück, die dadurch zum zweiten Mal in Folge abnahmen, wenngleich nur moderat und weniger stark als im Vormonat.

Obgleich leicht verbessert zum beinahe 5-Jahrestief im August, hielt sich der Optimismus der deutschen Dienstleister auch im September in Grenzen. Laut Befragten lag dies an der anhaltenden Besorgnis über die Wachstumsaussichten und den unsicheren geopolitischen Gegebenheiten.




Dennoch war der Einstellungseifer vieler Unternehmen ungebrochen, sodass ein weiteres Plus beim Stellenaufbau verbucht werden konnte, der dadurch weit über dem Langzeitdurchschnitt lag. Allen voran kurbelten die Vermieter & Unternehmensnahen Dienstleister das Beschäftigungswachstum an und auch die Finanzdienstleister trugen ihren Teil dazu bei.

Der Lohndruck und die gestiegenen Kraftstoffpreise trieben die Ausgaben der Serviceanbieter im September in die Höhe. Die Einstandspreisinflation verlangsamte sich zum sechsten Mal in den vergangenen acht Monaten und fiel so niedrig aus wie zuletzt im März 2018.

Ähnliches spielte sich bei den Verkaufspreisen ab, wo die Inflationrate ebenfalls auf den zweitschwächsten Wert der letzten anderthalb Jahre sank, der – wenngleich abgeschlagen vom Rekordhoch im März – über dem Langzeitmittel lag.

  

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Deutschland: Einkaufsmanagerindex stürzt im September auf tiefsten Stand seit Juni 2009

Dem verarbeitenden Gewerbe in Deutschland geht es so schlecht wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr. Dies signalisieren die Septemberdaten von IHS Markit und dem BME zum Einkaufsmanagerindex. Zum wiederholten Mal beschleunigten sich die Rückgänge bei Produktion und Neuaufträgen, und der Stellenabbau war sogar so gravierend wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.

Des Weiteren zeigte sich, dass mehr und mehr Unternehmen vor dem Hintergrund sinkender Kosten und des steigenden Wettbewerbsdrucks ihre Verkaufspreise reduzieren.

Der saisonbereinigte IHS Markit/BME Einkaufsmanagerindex - eine Momentaufnahme des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland abgeleitet aus Indikatoren für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen - notierte im September bei 41,7 Punkten nach 43,5 im August. Dies ist der niedrigste Wert seit Juni 2009.

Am schlechtesten schnitt der Investitionsgüterbereich ab gefolgt vom Vorleistungsgüterbereich. Bemerkenswert ist, dass nun auch die Hersteller von Konsumgütern ein Minus verzeichneten.

Im September sank die Produktionsrate zum achten Mal in Folge. Darüber hinaus beschleunigte sich die Schrumpfungsrate auf den höchsten Wert seit Juli 2012. Noch schneller zurück gingen allerdings die Neuaufträge, und zwar so massiv wie seit April 2009 nicht mehr, was zu einem weiteren Abbau der Auftragsbestände führte. Unternehmen, die ein Minus beim Auftragseingang meldeten, gaben an, dass Kunden Aufträge verschoben, reduziert oder sogar ganz storniert hätten. Häufig wurde dabei auf Unsicherheiten in Bezug auf die Geschäftsaussichten verwiesen. Ein wesentlicher Faktor waren erneut die schwachen Exportzahlen, die, wenngleich unverändert gegenüber dem Vormonat, stark schrumpften.




Viele Hersteller setzten auch im September den Stellenabbau im Unternehmen fort, wobei sich das Tempo auf den höchsten Stand seit Januar 2010 beschleunigte. Damit sinkt die Beschäftigung in der Industrie seit nunmehr sieben Monaten in Folge. Erneut konzentrierte sich die Reduzierung weitgehend auf Leiharbeiter und befristete Angestellte.

In Folge der stetig sinkenden Produktionsvolumina bemühen sich die Firmen, ihre Vormateriallager weiter zu reduzieren. So ging die Einkaufsmenge in der Branche abermals stark zurück. Dies wiederum setzte Kapazitäten bei den Zulieferern frei, was zur achten Verkürzung der Lieferfristen hintereinander führte.

Eine weitere Folge der rückläufigen Nachfrage waren die fallenden Preise im Einkauf, vor allem auch aufgrund des zunehmenden Preiskampfs. Zwar verlangsamte sich der Rückgang etwas, die Rate war aber immer noch die zweitschnellste seit April 2016. Die sinkenden Einkaufspreise in Verbindung mit dem steigenden Wettbewerb um Neuaufträge veranlasste viele Hersteller, auch im September ihre Verkaufspreise zu reduzieren. Das Ausmaß der Nachlässe fiel dabei so kräftig aus wie seit dreieinhalb Jahre nicht mehr.




Und schließlich signalisieren die aktuellen Daten, dass die Mehrzahl der Einkaufsmanager nach wie vor sehr pessimistisch in die Zukunft blickt. Immerhin verbesserte sich der entsprechende Index Geschäftsausblick leicht gegenüber dem 7-Jahrestief vom August.

Phil Smith, Principal Economist bei IHS Markit kommentiert den finalen IHS Markit/BME Einkaufsmanagerindex:

“Auch zum Ende des dritten Quartals lieferte Deutschlands Industrie enttäuschende Zahlen. Der Einkaufsmanagerindex verfehlte im September die Erwartungen und signalisierte eine noch stärkere Schrumpfung des Sektors. Besonders besorgniserregend ist der anhaltend rückläufige Auftragseingang. Das Minus fiel jüngst so deutlich aus wie seit über zehn Jahren nicht mehr und zog damit auch Produktion, Beschäftigung und Preise weiter nach unten.




Die Schwere des Arbeitsplatzabbaus im verarbeitenden Gewerbe könnte die Zuversicht der Verbraucher - die sich bis dato relativ robust zeigte - stärker belasten. Des Weiteren scheint die seit längerer Zeit anhaltende Flaute im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich nun auch auf den Konsumgüterbereich überzugreifen. Denn die Schrumpfung von Produktion und Neuaufträgen in diesem Teilsektor war ausschlaggebend für den Rückgang des Hauptindexes."

  

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Konjunktur - Wasserstandsmeldungen II [Alle anzeigen] , Rang: Warren Buffett(2073), 25.8.19 12:11
 
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