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211445, Kriselnde Industrie sorgte auch im August für anhaltende Wachstumsschwäche in der Eurozone 
Eingetragen von Warren Buffett, 25.8.19 14:24
Kriselnde Industrie sorgte auch im August für anhaltende Wachstumsschwäche in der Eurozone 

Die Eurozone verzeichnete auch im August nur schwaches Wirtschaftswachstum. Immerhin wies der Auftragseingang wieder ein Mini-Plus aus.

Während der Servicesektor weiter expandierte, wurde die Industrieproduktion ein weiteres Mal zurückgefahren. Vor dem Hintergrund der nachlassenden Zuversicht sank auch die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen weiter.

Der IHS Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion legte binnen Monatsfrist zwar um 0,3 Punkte auf 51,8 zu, er notiert damit jedoch ein weiteres Mal auf einem der tiefsten Werte seit sechs Jahren.

Die Kluft zwischen den beiden Sektoren blieb trotz leichter Annäherung groß. Die Dienstleister wuchsen weiter solide, hier vermeldeten Deutschland, Frankreich und die übrigen von der Umfrage erfassten Länder Zuwächse.

Dagegen wurde die Industrieproduktion zum siebten Mal hintereinander zurückgefahren, wenngleich mit verringertem Tempo. Frankreich verzeichnete hier ein Plus, in Deutschland und den übrigen Ländern kam es hingegen zu einem Rückgang.

Beim Gesamt-Auftragseingang wurden erneut nur geringe Zuwächse verzeichnet, der Index verharrte exakt auf dem Vormonatsniveau. Das Exportneugeschäft (inklusive des Handels zwischen den Eurozone-Ländern) schrumpfte hingegen den elften Monat in Folge.

Infolge der Abkühlung der Weltkonjunktur trübten sich die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist in beiden Sektoren ein, so dass der Gesamt-Index im August auf den tiefsten Wert seit Mai 2013 sank. In Deutschland kippte der Ausblick erstmals seit knapp fünf Jahren ins Negative, in Frankreich und den übrigen Ländern ließ der Optimismus nach.

Folglich nahm auch die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen weiter ab, wie der schwächste Jobaufbau seit April 2016 zeigte. Im Servicesektor verlor das Beschäftigungswachstum an Tempo, in der Industrie wurden zum vierten Mal hintereinander per Saldo Arbeitsplätze abgebaut.

Trotz den geringeren Zuwachses bei der Beschäftigung arbeiteten die Unternehmen mühelos ihre Aufträge ab. So gingen die Auftragsbestände so kräftig zurück wie zuletzt im November 2014.

Überkapazitäten auf Seiten der Lieferanten und die stark verringerte Einkaufsmenge sorgten gleichermaßen dafür, dass sich die Lieferzeiten in der Industrie den sechsten Monat in Folge verkürzten.

Die Einkaufs- und Verkaufspreise legten im August zwar mit leicht beschleunigten Raten zu, angesichts der Nachfrageflaute blieb der Anstieg jedoch in beiden Fällen gedämpft. In der Industrie wurden sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise reduziert. 

Deutschland vermeldete im August zwar ein leicht beschleunigtes Wirtschaftswachstum, der Auftragseingang wies jedoch das höchste Minus seit April 2013 aus. Und dass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist in der Industrie auf den tiefsten Wert seit Beginn der Erhebung dieser Daten vor über sieben Jahren abgesackt sind, zeigt, dass die Stimmung in der größten Volkswirtschaft der Eurozone ins Negative gekippt ist.

Frankreich schnitt besser ab, hier legten Wirtschaftskraft und Auftragseingang solide zu, da der Industriesektor wieder auf den Wachstumskurs zurückkehrte und auch die Dienstleistungsbranche weiter expandierte.

In den übrigen von der Umfrage erfassten Ländern veränderte sich die Lage gegenüber Juli kaum, hier wuchs der Servicesektor weiter solide, während die Industrieproduktion abermals sank.

Andrew Harker, Associate Director bei IHS Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-PMI:

„Beim Wirtschaftswachstum trat die Eurozone im August weitgehend auf der Stelle. So hielt sie sich erneut nur dank der soliden Zuwächse im Servicesektor über Wasser, während es mit der Industrieproduktion weiter abwärts ging. Trotz einer minimalen Beschleunigung rechnen wir auf Basis der bisher vorliegenden PMI-Daten im dritten Quartal 2019 nur mit einem BIP-Wachstum von 0,1 - 0,2%.

Dass die Konjunkturdelle wohl nicht so schnell überwunden werden kann, hat sich auch auf den Ausblick ausgewirkt. So sackten die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist auf den tiefsten Wert seit über sechs Jahren ab. Und allem Anschein nach richten sich viele Unternehmen auf eine länger andauernde Schwächephase ein, wie die deutliche Zurückhaltung bei Neueinstellungen zeigt.

Einziger Hoffnungsschimmer war diesmal Frankreich, hier ist die Industrie auf Wachstumsterrain zurückgekehrt, und auch mit dem Servicesektor ging es weiter solide aufwärts.

In Deutschland kann davon keine Rede sein, hier wies der Auftragseingang den stärksten Rückgang seit über sechs Jahren aus, und der Ausblick kippte sogar ins Negative. Damit bleibt das Risiko, dass die größte Volkswirtschaft der Eurozone im dritten Quartal in eine technische Rezession schlittert.” 
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