Allgemeines

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Datum/Zeit: 05.08.2010 10:03
Quelle: Allgemeines - Presseaussendung

sterreichs Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa: starke Konzentration auf den Finanzsektor



Die mittel- und osteuropischen Lnder (MOEL) stellen wichtige Ziellnder fr die Direktinvestitionsaktivitten sterreichischer Unternehmen und Banken dar. Seit 2001 entfielen stets ber 50% der gesamten auslndischen Direktinvestitionen (FDI) auf diese Region, was sich erst 2009 durch die globale Wirtschaftskrise nderte. Umgekehrt ist sterreich fr viele MOEL einer der wichtigsten FDI-Investoren. Der Finanzsektor spielt bei den FDI sterreichs eine bedeutende Rolle - mehr als die Hlfte der FDI-Bestnde entfallen auf den Finanzsektor. Die globale Wirtschaftskrise hat auch die MOEL 2009 stark getroffen, mit Auswirkungen u. a. auf den Finanzsektor.

Fr die in den MOEL engagierten sterreichischen Banken ist vor allem der prononcierte Anstieg der Problemkredite in mehreren Lndern der Region ungnstig. Dies erfordert zustzlichen Mittelbedarf - auch bei den Muttergesellschaften - fr Risikovorsorgen und Kreditabschreibungen. Dennoch planen zumindest einige der sterreichischen Banken, ihre Expansionsstrategie in der MOEL-Region fortzusetzen. Fr 2010 wurden bereits neue FDI-Projekte sterreichischer Banken angekndigt, was fr die wirtschaftliche Entwicklung in der Region durchaus positiv zu werten ist.

sterreichische FDI auf MOEL fokussiert

sterreich hat in Bezug auf auslndische Direktinvestitionen (FDI) einen beachtlichen Aufholprozess hinter sich. Zwischen 2000 und 2007 vervierfachten sich die FDI-Bestnde sterreichi-scher Unternehmen im Ausland auf 102,6 Mrd. Euro Ermglicht wurde dieser Prozess vor allem durch die ffnung der zentral- und osteuropischen Lnder fr auslndisches Kapital und dem starken Engagement der sterreichischen Wirtschaft in der Region. Daher gibt es eine starke geographische Konzentration der sterreichischen FDI auf die MOEL-Region. Dorthin gingen in den letzten Jahren zwischen 50% und 70% der gesamten sterreichischen FDI-Flsse. Im Krisenjahr 2009 kam es allerdings zu einem drastischen Rckgang der FDI-Aktivitten ster-reichischer Unternehmen. Davon waren die MOEL als Zielregion berproportional betroffen: die FDI-Flsse aus sterreich gingen auf nur mehr 531 Mio. Euro zurck; ein geringer Betrag im Vergleich zu den fnf Jahren zuvor, in denen dieser Wert im Durchschnitt bei 8,5 Mrd. Euro pro Jahr lag.

Der klare Fokus auf die MOEL in den sterreichischen FDI bedeutet auch, dass sterreich aus Sicht der MOEL eines der wichtigsten Investorenlnder ist. In Slowenien, Bulgarien, Rumnien und den greren Balkan-Lndern liegt sterreich sogar an erster Stelle im Ranking der auslndischen Direktinvestoren. Daran haben auch die globale Wirtschaftskrise und der signifikante Rckgang der sterreichischen FDI-Flsse in die MOEL nichts gendert.

Groe Bedeutung des Finanzsektors

Nicht weniger als 54% der gesamten sterreichischen FDI-Bestnde in den MOEL entfallen auf den Finanzsektor (Stand 2007). In einzelnen Lndern, wie etwa Kroatien oder der Ukraine und Russland, liegt dieser Anteil mit fast 80% sogar deutlich hher. In der Slowakei betrgt der Anteil immerhin noch etwa 70%. Auerhalb der MOEL betrgt der Anteil des Finanzsektors an den FDI-Bestnden nur etwa 20% und ist seit 2005 sogar gesunken. Die hohe Konzentration im Finanzsektor ist also ein Spezifikum der FDI-Aktivitten in der MOEL-Region. Daher verwundert es nicht, dass die FDI-Flsse in die MOEL-Region von der Wirtschaftskrise stark betroffen. Im Jahr 2009 kam es im Finanzsektor sogar zu einem Nettorckfluss von 3,8 Mrd. Euro nach sterreich.

Steigender Anteil an Problemkrediten

Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch den Lndern Mittel- und Osteuropas eine Rezession beschert (mit der Ausnahme von Polen, Albanien und Kasachstan). Auch fr die Entwicklung nach der Krise wird mit einem geringeren Wachstum als vor der Krise gerechnet. Die Auswirkungen der Krise auf den Finanzsektor zeigen sich in den MOEL insbesondere in einem starken Anstieg der notleidenden Kredite.

Der Anteil der notleidenden Kredite hat sich besonders in Rumnien dramatisch erhht und im Mrz 2010 25% erreicht ein Anstieg um 15 Prozentpunkte gegenber dem Mrz 2008. Das bedeutet, dass ein Viertel der Kredite seit mehr als 90 Tagen berfllig ist oder bereits als zwei-felhaft oder uneinbringlich eingestuft werden musste. Der Anstieg der notleidenden Kredite ist aber auch in anderen Lndern der Region, etwa Kasachstan, der Ukraine, den Balkan-Lndern (auer Kroatien), Albanien, Rumnien und Russland beachtlich, die sich ursprnglich wie auch die Region insgesamt ber eine sehr niedrige Kreditausfallsrate auszeichneten.

Fr die sterreichischen Banken bedeutet die negative Entwicklung bei den notleidenden Krediten eine Notwendigkeit, die Risikovorsorge in den Bilanzen ihrer Tochterbanken fr eben diese Kredite zu erhhen. Als ungnstig erweist sich die Tatsache, dass das Engagement der sterreichischen Banken (gemessen an den FDI-Bestnden) in einigen der Lnder mit besonders ungnstigen Kreditentwicklungen wie beispielsweise Rumnien, Ungarn, die Ukraine und Russland besonders hoch ist. Fr sterreichs Banken und ihre Aktivitten in den MOEL wird es daher sehr wichtig sein, ob und wie lange sich der Aufwrtstrend bei den problematischen Krediten in den MOEL fortsetzt. Sollte es zu zustzlichem Mittelbedarf (aufgrund von Risikovor-sorgen und Kreditabschreibungen) in den Tochterbanken der Region kommen, mssen die sterreichischen Banken ihre Tochterunternehmungen unter Umstnden mit frischem Kapital ausstatten.

Weitere, wenn auch schwchere Expansion

Die sterreichischen Banken planen aber offenbar nicht, sich aus der Region zurckzuziehen und zumindest einige Institute halten an ihrer Expansionsstrategie fest. Im I. Quartal 2010 sind bereits Investitionsprojekte sterreichischer Banken in Tschechien, Rumnien, Belarus und Russland angekndigt worden. Diese zielen u. a. auf den Ausbau des lokalen Filialnetzes ab. Die Expansion drfte sich also, wenn auch mit deutlich verringerter Dynamik, fortsetzen. Eine Ent-wicklung, die fr die Lnder der Region durchaus positiv zu werten ist.

Der vollstndige FIW-Policy Brief sowie weitere Informationen knnen kostenlos von der FIW-Webseite heruntergeladen werden: http://www.fiw.ac.at/index.php?id=462.

Die FIW-Policy Briefs erscheinen in unregelmigen Abstnden zu aktuellen auenwirtschaftlichen Themen. Herausgeber ist das Kompetenzzentrum "Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft" (FIW). Das FIW wird im Auftrag des Bundesministeriums fr Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) im Rahmen der Internationalisierungsoffensive der Bundesregierung von drei Instituten sterreichisches Institut fr Wirtschaftsforschung (WIFO), Wiener Institut fr Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw), Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Rechenzentrum (WSR) betrieben. Es bietet den Zugang zu internationalen Auenwirtschafts-Datenbanken, eine Forschungsplattform und Informationen zu auenwirtschaftsrelevanten Themen.



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